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Liebeswirrwarr im Elfenwald

Bauerbachs Theater Liebeswirrwarr im Elfenwald

Knapp 300 Zuschauer sahen die Theatergruppe Bauerbach am Premieren-Wochenende mit ihrem „Sommernachtstraum“.

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Die Hochzeitspaare (von links) Demetrius und Helena (Christoph Gerhard und Nathalie Kempf), Theseus und Hippolyta (Robert Rodenhausen und Regina Stöhr) sowie Lysander und Hermia (Jonas Kühn und Charlotte Nicolay). Pfarrer Henryk Rozanski als Egeus steht i

Quelle: Mareike Bader

Bauerbach. Die Premiere am Freitag im Bauerbacher Bürgerhaus war zugleich Auftakt und Eröffnung zur 775-Jahr-Feier des Marburger Stadtteils. Unter der Leitung von Burgi Scheiblechner wurde bereits die 13. Aufführung auf die Bühne gebracht.

Nach dem Volksstück „Der Verschwender“, das vor zwei Jahren aufgeführt wurde, wagte man sich dieses Jahr an Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“. Die Herausforderung meisterten die 22 Schauspieler mit Bravour.

Das Stück eignete sich hervorragend, um die bunte Truppe im Alter zwischen 12 und 83 zu vereinen. Sogar der Pfarrer der katholischen Kirche, Henryk Rozanski, spielte als Egeus mit. Maria Hühn überzeugte als vorwitziger Droll. Jonas Hühn (Lysander), Charlotte Nicolay (Hermia), Christoph Gerhard (Demetrius) und Nathalie Kempf (Helena) spielten die jungen Paare, deren Liebeswirrwarr im Mittelpunkt des Stückes steht.

Die Lieblinge des Publikums waren allerdings die Handwerker um Peter Squenz, gespielt von Reinhard Pfeiffer. Herrlich übermotiviert spielte Thomas Schüler den trampeligen Zettl, der von Droll einen Eselskopf aufgesetzt bekommt. Shakespeare hätte seine Freude gehabt.

Beim Schauspiel der Handwerker im fünften Aufzug amüsierte sich das Publikum ebenso wie über die Hochzeitspaare auf der Bühne. Josef Böttner als Löwe erntete begeisterte Lacher, Cedric Nees als Thisbe und Jakob Benner als coole Wand kamen gut an. Natürlich durfte auch die berühmte Schauspielmusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy nicht fehlen. Zu den Klängen seines Hochzeitsmarsches zogen die Hochzeitspaare nach der Pause vorbei am Publikum auf die Bühne. In den Kulissen und an den Kostümen sah man eindeutig die Handschrift von Burgi Scheiblechner. Alles war selbstgemacht und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Mit der Beleuchtung des Waldes gelang ihr ein wahrer Geniestreich. Mit Schwarzlicht wurde die Szenerie in besonderes Licht gesetzt. Teile der Kostüme wie die Taschen von Drolls Latzhose oder Hermias Rock leuchteten in Neonfarben hell auf.

Vor allem die weißen, luftigen Gewänder der Elfen und der Elfenkönigin Titania (Sabine Jennemann) leuchteten märchenhaft. Wenn dann noch die Schwaden der Nebelmaschine über das Publikum schwebten, merkte man gar nicht, dass man in einem Bürgerhaus saß. Der zum Kontrast dunkel gekleidete Oberon (Wolfgang Preis) wirkte mysteriös. Bei der zweiten Aufführung am Samstag übernahm Scheiblechner die Rolle des Oberon. Mit dem Sommernachtstraum hat die Theatergruppe Bauerbach gezeigt, dass Shakespeare auch heute noch das Publikum begeistert.

Weitere Vorstellungen: Samstag, 2. März, 19 Uhr, Sonntag, 3. März 17 Uhr. Kartenvorverkauf im Landgasthaus sowie in der Volksbank Bauerbach.

von Mareike Bader

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