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Levina hat lediglich einen "Plan A"

Eurovision Song Contest Levina hat lediglich einen "Plan A"

Deutschland hat für den nächsten Eurovision Song Contest eine solide Wahl getroffen: Die ausgebildete Sängerin Isabella Levina Lueen fährt nach Kiew.

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Marburg. Es war vor etwa sieben Jahren, da saß Isabella Levina­ Lueen in einem Pub in London,­ und es lief der Eurovision Song Contest. In Oslo ersang eine­ ­gewisse Lena Meyer-Landrut den Sieg für Deutschland – und Isabella Levina Lueen hatte 50 Euro mehr in der Tasche, weil sie auf ihre Landsfrau gesetzt hatte.

Nun kreuzen sich Levinas – so nennen sie alle – und Lenas Lebenswege erneut. Sie wird bald selbst auf der ESC-Bühne stehen. So wie die bislang letzte deutsche Gewinnerin konnte­ die 25-Jährige bei einem Cas­ting derart überzeugen, dass sie für Deutschland zum Finale nach Kiew fahren darf.

Ob diese Geschichte ähnlich erfreulich endet wie 2010? Levina nennt die Musik jedenfalls ihren „Plan A“. Einen anderen hat sie auch nicht. Geboren wurde sie in Bonn, ihr Weg ging aber früh weiter, und immer ging es um Musik: Musikschule in Chemnitz, Gesangsstudium in London, Auftritte in Bars.

Cans Check

„Es gab tolle­ fünf Talente, die es verdient hätten, die Deutschen beim ESC zu vertreten. Levina war gesanglich die stärkste und konnte die Zuschauer auf ihre Seite ziehen. Sie wird uns beim ESC mit dem Song „Perfect Life“ vertreten – meiner Meinung nach hat sie ­allerdings  „Wildfire“ besser gesungen. Jetzt drücken wir Levina die Daumen und hoffen, dass sie mit „Perfect Life“ den Sieg holt.

  • Can Sisamci aus Marburg nahm im vergangenen Jahr an der Sat.1-Castingshow „The Voice Kids“ teil und absolviert zurzeit ein Praktikum bei der OP.

Als Kind sang sie erst im Chor und dann in Kindermusicals. „Ab dem Zeitpunkt war mir auch dann klar, dass ich wirklich gerne Sängerin und Songschreiberin werden will“, sagt sie. „Ich glaube, wenn ich singe, kann ich mich am besten ausdrücken. Also besser als mit Worten.“ Sie pendelt zwischen Berlin und London, wo sie ­Musikmanagement studiert.

Es scheint, als sei den Deutschen nach zwei letzten Plätzen 2016 und 2015 nicht mehr nach Experimenten beim ESC. Das Unfertige und Unbekümmerte der Lena von 2010 kann man Levina nicht unbedingt ­attestieren.
Beim Vorentscheid mit Lena in der Jury war sie ganz eindeutig die Kandidatin, die ohne große Fantasie nach funkelnder ESC-Bühne aussah. Während die Konkurrenz mit den vorgegebenen Songs fremdelte, hätte Levina wohl auch ohne Probleme ein Kinderlied mit der Gravität einer Adele vortragen können. Sie strahlt die Professionalität moderner Pop-Produkte­ aus.
Um den etwas angeschlagenen Zustand ihrer markant-tiefen Stimme machte sie daher auch überhaupt kein großes Bohei. Mit dieser könnte sie übrigens auch „einfach etwas aus dem Telefonbuch vorlesen“, wie Moderatorin Barbara Schöneberger befand – und alle wären begeistert.

Fast verwundert es da, dass sie bislang noch nie in einer Cas­ting-Show auftrat. Der ESC-Vorentscheid war die erste. „Ich war schon immer hier. Ich habe es halt nur jetzt irgendwie an die Öffentlichkeit geschafft“, sagt sie.
Ob das von Dauer sein wird, wird sich zeigen. Bis zum 13. Mai gilt es auf jeden Fall – dann ist das Finale in Kiew.

von Jonas-Erik Schmidt

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