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Leuchtende Erkenntnis mit Paul Panzer

Komik im Blümchenhemd Leuchtende Erkenntnis mit Paul Panzer

Paul Panzer, der Mann mit dem Blümchenhemd und dem markanten Sprachfehler, präsentierte am Freitagabend sein Programm „Hart Backbord - Noch ist die Welt zu retten“. 1000 Comedy-Fans waren begeistert.

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Markenzeichen Blümchenhemd – und ganz viele Lispel-, Nuschel- und Zischlaute: Paul Panzer
unterhielt mit Witz und schrecklichen Nachrichten.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Paul Panzer hat einen ziemlich naiven Blick auf die Welt: Aus großen Kinder­augen schaut er über den Kragen seines gelben Flower-Power-Hemdes und kann es nicht fassen. Wo man nur hinschaut, nichts als Probleme: die Klimaerwärmung, die Umweltzerstörung, der Konsumterror, die Null-Bock-Generation. Linkisch tapst er über die Bühne, lispelt vor sich hin und seufzt immer wieder: „Sschrecklich, das allesss!“ „Was ssoll man nur machen?“ „Da fehlt mir die Fantatzie.“

Paul Panzer hat den Sprachfehler zu seinem ganz besonderen Markenzeichen gemacht. Er nuschelt und zischelt sich durchs Programm, stolpert über jedes schwierige Wort, und die Zuschauer kriegen sich nicht mehr ein vor Lachen. Die Gags, die er bringt, sind nicht alle tiefgründig, aber immer treffend und witzig präsentiert und oft auch sehr kritisch.

Durch die „klobale Erwärmung“ sei es bald für alle nicht mehr weit, zum Strand zu kommen, witzelte er. Und nicht mehr lange, dann werde an der chinesischen Mauer ein Schild hängen: „Bitte nicht vom Beckenrand springen!“ Das Umweltbewusstsein sei ja inzwischen sehr gestiegen, meinte Panzer. Niemand mache mehr einen Ölwechsel auf dem See, zumindest nicht tagsüber. Die großen Konzerne dagegen könnten es zu jede Tageszeit „laufen lassen“. Die Japaner wiederum hätten die Reaktorkatastrophe von Fuku­shima ganz „tiefenentspannt“ gesehen, jetzt könnten sie allerdings ihre leuchtende Fische als Glühbirnen verwenden.

Besonders viel Gelächter erntete der Comedian mit seinen Lästereien über die schlappe Jugend. Bei seinem Sohn sei über Nacht „der Dachlattenmann“ aufgetaucht, der dem halbwüchsigen Sprössling wohl ein Brett vor den Kopf gehauen hat, erzählte er. Der Junge sei nämlich von einem auf den anderen Tag total unausstehlich geworden. Ein gemeinsames Frühstück sei übrigens nur noch über Skype möglich, der Jüngling sitze ständig in seiner „Cloud“. Auf „Faze-Book“ habe er zwar vierhundert Freunde, aber keiner von denen sei bereit, beim Umzug das Klavier hochzutragen.

In diesem Stil ging es weiter, kaum ein aktuelles Thema blieb ausgespart. Vom Konsumterror über das Müllproblem bis hin zum Diätenwahn, zu allem hatte Paul Panzer seine ganz spezielle Meinung. Am Schluss waren die Zuschauer restlos begeistert, klatschten minutenlang Beifall und ließen ihren Star nicht ohne Zugabe gehen.

von Bettina Preussner

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