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Leiterinnen des Jungen Theaters gehen

Wechsel nach Tübingen Leiterinnen des Jungen Theaters gehen

Annette Müller und Oda Zschneid wechseln am Ende der kommenden Spielzeit vom Hessischen Landestheater nach Tübingen. Sie übernehmen dort die Leitung des Jungen Theaters.

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Das Landestheater Tübingen stellt die neuen Leiterinnen des Jungen Theaters vor: Michael Miensopust (von links) wird im kommenden Jahr abgelöst von Oda Zuschneid und Annette Müller. Mit auf dem Foto sind Stefan Schnabel (Chefdramaturg) und Intendant Thorsten Weckherlin.

Quelle: LTT

Marburg. Wechsel vor allem im künstlerischen Bereich gehören­ an Theatern zum Alltag. Erhebliche Veränderungen stehen normalerweise bei einem Intendantenwechsel an. Dies gilt auch für den Wechsel auf dem Chefposten des Hessischen Landestheaters: Zum Ende der kommenden Spielzeit 2017/18 verlässt Intendant Matthias Faltz das Hessische Landestheater. Seine Nachfolgerinnen stehen bereits fest: Carola Barbara Unser und Eva Lange teilen sich die Intendanz des Theaters (die OP berichtete).

Der Intendantenwechsel wirft schon jetzt seine Schatten ­voraus: Annette Müller und Oda Zuschneid werden Marburg ebenfalls nach dieser Spielzeit verlassen. Wie das Landestheater Tübingen (LTT) mitteilte, werden sie gemeinsam das Junge Landestheater Tübingen leiten. Diese Position hatten sie auch in Marburg inne.

Sie lösen in Tübingen Michael Miensopust ab, der das LTT im kommenden Sommer nach neun Jahren verlassen wird. „Annette Müller und Oda ­Zuschneid freuen sich außerordentlich über die Berufung ans Junge Landestheater Tübingen“, teilte das LTT mit.

Die beiden Schauspielerinnen und Regisseurinnen waren 2010 gemeinsam mit Matthias Faltz vom Jungen Staatstheater Wiesbaden nach Marburg gekommen. „Nachdem wir am Hessischen Landestheater Marburg seit der Spielzeit 2010/11 unter der Intendanz von Matthias­ Faltz das dortige Kinder- und Jugendtheater geleitet haben, sind wir sehr gespannt auf unser neues Wirkungsfeld“, zitiert das LTT die beiden Künstlerinnen.

Oda Zuschneid und Annette­ Müller arbeiten schon lange eng zusammen. Seit 2006 realisieren sie als Schauspielerinnen und Regisseurinnen kontinuierlich Inszenierungen, darüber hinaus entwickeln sie ­Eigenbearbeitungen von Theaterstoffen und schreiben eigene Stücke. Das wollen sie in Tübingen fortsetzen. In ihrem Spielplan sollen Kinderbuchklassiker und die dramatische Kinderliteratur genauso Platz finden, wie Stückentwicklungen oder Auftragsarbeiten von Autoren und Autorinnen. Neben Geschichten für die kleinsten Zuschauer möchten sie in Tübingen auch komplexe Themen aufgreifen und altersgerecht aufbereiten. „Wir versuchen, in unserem Spielplan auf die Themen, Fragen und Erfahrungen von jungen Menschen zu reagieren und in unseren Inszenierungen eine Sprache zu finden, die Kinder und Jugendliche und ihre Sicht auf die Welt ernst nimmt“, sagte Annette Müller in Tübingen.

In Marburg haben Oda ­Zuschneid und Annette Müller Stücke wie „Ali Baba und die 40 Räuber“, „Momo“ oder „Emil und die Detektive“ auf die Bühne gebracht. In der kommenden Spielzeit, die am 2. September beginnt, stehen zwei Produktionen auf dem Programm des Jungen Theaters: „Der Zauberer von Oz“ für Kinder ab 5 Jahren hat am 25. November Premiere und die Stückentwicklung „Das Ende der Zukunft, wie ich sie kannte“ für Jugendliche ab 14 hat am 11. März 2018 Premiere.

Das Landestheater Tübingen ähnelt dem Hessischen Landestheater Marburg, ist aber deutlich größer: Die 24 Schauspieler und rund 100 weiteren Beschäftigte in künstlerischen, verwaltenden und technischen Bereichen stemmen pro Jahr rund 900 Vorstellungen, ein Viertel davon bei Abstechern in Baden-Württemberg, angrenzenden Bundesländern sowie in der Schweiz und in Österreich.

Das LTT verfügt über drei Spielstätten in Tübingen, die zwischen 50 und 385 Zuschauern Platz bieten.

Auch Tübingen ist mit Marburg vergleichbar. Die Stadt hat rund 87000 Einwohner, an der Eberhard Karls Universität studieren knapp 27000 Studenten.

von Uwe Badouin

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