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Leinwand-Comeback von „Didi“

Neu im Kino Leinwand-Comeback von „Didi“

Lange war Slapstick sein Metier. In dem Film „Sein letztes Rennen“ wechselt Dieter Hallervorden ins tragikomische Fach. Ein guter Lauf. Außerdem startet einer der Oscar-Favoriten: "Der Butler"

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Paul Averhoff (Hallervorden), Gewinner der Goldmedaille in Sydney 1958, packt seine alten Laufschuhe wieder aus.Foto: Nadja Klier

Marburg. Mit dem Tollpatsch „Didi“ hat Dieter Hallervorden Fernsehgeschichte geschrieben. In dem Feel-Good-Movie „Sein letztes Rennen“ gibt der Kabarettist, Schauspieler und Theaterleiter einen gealterten Marathon-Champion, der es am Schluss seines Lebens nochmal richtig wissen will.

„Die Rolle, die ich in dem Film spiele, entspricht genau meiner Lebensphilosophie: einmal mehr aufstehen als hinfallen“, sagt Hallervorden in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Mit seinem witzigen, humorvollen und zugleich warmherzigen Auftritt gelingt ihm das voll, auch wenn der Film von Regisseur Kilian Riedhof („Homevideo“) ansonsten etwas holzschnittartig daherkommt.

Hallervorden spielt den (ausgedachten) Marathonläufer Paul Averhoff, der vor mehr als 50 Jahren sensationell olympisches Gold geholt hat. Als er mit seiner zunehmend gebrechlichen Frau (wunderbar: Tatja Seibt) ins Altersheim ziehen muss, geht er zwischen Bastelstunde, frommen Liedern und püriertem Essen ein wie eine Primel. Im letzten Augenblick kommt ihm ein rettender Gedanke: Er holt seine alten Laufschuhe aus dem Schrank und beginnt wieder mit dem Marathontraining. Tausend Widerstände und 42,195 Kilometer später läuft er im Berliner Olympiastadion über die Ziellinie - fix und fertig, aber mit sich im Reinen.

Doch so dicht und stimmig Hallervordens Figur auch in den vielen anrührenden Momenten ist - seine Mitspieler werden gelegentlich zu sehr schwarz-weiß gezeichnet. Dass in einem Altenheim so viel Zeit für frömmlerischen Psychoterror draufgeht, möchte man bei allen schlechten Erfahrungen kaum glauben. Doch der Marathon-Man übersteht selbst das mit seinem Sturkopf.

nDer Film läuft im Capitol.

Der Butler: Angeregt wurde das Filmdrama von der wahren Lebensgeschichte Eugene Allens (1919-2010). Er bediente von 1952 bis 1986 sieben US-Präsidenten im Weißen Haus in Washington. Die bilderbuchartig aufgefächerte Story von „Der Butler“ lehnt sich nur vage an die Tatsachen an. Deshalb heißt die Titelfigur im Film auch Cecil Gaines. Als Waise wird er in der Villa der Peiniger seiner Eltern zum „Hausnigger“ ausgebildet. Das ermöglicht ihm später die Arbeit in einem Hotel. Von dort gelangt er schließlich als Butler ins Weiße Haus.

Regisseur Lee Daniels, der für sein drastisches Sozialdrama „Precious“ 2010 eine Oscar-Nominierung bekam, reiht in „Der Butler“ nun Episode an Episode. Er zeigt Wendepunkte der US-amerikanischen Innenpolitik zur Gleichstellung von Menschen unterschiedlicher ethnischer und kultureller Herkunft aus der Sicht Cecils. So wird beispielsweise die Ermordung von John F. Kennedy, der ein Umdenken der Gesellschaft wesentlich förderte, durch Cecils Beistand für dessen Witwe Jackie reflektiert. Besonders ausführlich beleuchtet er jedoch die langsame Wandlung Cecils durch das Engagement seines Sohnes.

In den USA avancierte der Film sofort zum Kassenhit. Viele Kritiker jubelten. Auch in der OP-Sneak-Preview im Cineplex zeigte sich das Publikum begeistert. „Schöne ausgewogene Darstellung des Kampfes für die Rechte der schwarzen Amerikaner“, fand Kornelius Podranski.

Je zwei Freikarten gehen an: Ruben Picard, Mareike Tiepolt, Kornelius Podranski (alle Marburg), Victoria Selle (Rauschenberg) und Marco Rauch (Weimar). Die Karten werden zugeschickt.

Der Film läuft im Cineplex.von Nada Weigelt und Peter Claus

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