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Leidenschaft für die Musik gibt Kraft

Collegium musicum Leidenschaft für die Musik gibt Kraft

Seit 40 Jahren bereichert das Laien-Streichorchester Collegium musicum das Kulturleben in und um Stadtallendorf. Mit dem Jubiläumskonzert gingen die Kunst- und Kulturtage zu Ende.

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Das Collegium musicum präsentierte zum Abschluss der Stadtallendorfer Kunst- und Kulturtage ein Jubiläumskonzert.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. Zwei große Konzerte gibt das Collegium musicum jedes Jahr – bei einem wurde nun das 40-jährige Vereinsbestehen mit einem ­Jubiläumskonzert gefeiert. Geboten wurde ein breites Programm vom Barock bis zum schwungvollen Tango Nuevo des argentinischen Komponisten Astor Piazolla.

Gerade der mitreißende, rhythmische Tango „Primavera Portena“ aus Piazollas „Die vier Jahrezeiten“ begeisterte das Publikum. Hierfür konnte das Collegium musicum Veronika Todorova gewinnen, eine Landsmännin des Dirigenten Georgi Kalaidjiev. „Wir haben hier die allererste internationale Sahne für sie verpflichtet“, freute sich Ingeborg Schmidt, erste Vorsitzende des als Vereins eingetragenen Orchesters.

„Es kommt ganz viel Musik rüber“

Mit einer unglaublichen Leichtigkeit flitzten die Finger der Bulgarin über die Tasten ihres Bandeneons, zu dessen Spiel sich das Orchester mit vollem, warmen Klang gesellte. Leiter Kalaidjiev präsentierte sich hier als meisterhafter Gegenpart zu Todorovas virtuosem Spiel. Das Publikum war hingerissen und freute sich über die Zugabe mit Piazollas „Libertango“ solo von Todorova gespielt.

Georgi Kalaidjiev (Foto: Michael Hoffsteter) treibe mit seiner außergewöhnlichen Art das Collegium musicum immer wieder zu Höchstleistungen an, lobte der Stadtallendorfer Bürgermeister Christian Somogyi. „Er motiviert uns immer wieder“, lautete auch eines der vielen Lobworte Ingeborg Schmidts über den bulgarischen Dirigenten, der seit 18 Jahren das Orchester leitet.

Diese Motivation war auch während des Konzertes immer wieder zwischen Dirigent und den Musikern deutlich zu spüren. Wie immer spielte Kalaidjiev stehend zwischen ihnen mit. Doch mit einem Blick, einem Nicken oder auch mal dem Einsatz seines Geigenbogens wie ein Dirigentenstock führte er mal subtil, mal mit großen Gesten das Orchester an.

Krankheitsbedingte Absagen

„Diese Bereitschaft zu Musizieren und diese Leidenschaft ist einfach unglaublich. Das gibt mir viel Kraft“, sagt der Dirigent über das Collegium musicum, das er als Liebhaberorchester bezeichnet. Grandios überzeugte Kalaidjiev auch als Solist zusammen mit Stefani Schrödl sowie Hermann Wilhelmi am Klavier bei Bachs 5. Brandenburgischem Konzert.

Gerne hätte auch der ehemalige musikalische Leiter des Collegium musicums, Eckhardt Ulrich, am Sonntag mitgespielt. Doch der 83-jährige hatte sich bei einem Fahrradunfall auf dem Weg zum Fitnesstraining verletzt. Auch die angekündigte Sopranistin Frauke Willimczik, die aus Kirchhain stammt, musste krankheitsbedingt ihren Auftritt absagen.

Das Collegium musicum ist seit 1998 als gemeinnütziger Verein eingetragen und finanziert sich seitdem allein durch eingehende Spenden sowie durch den Eintritt der Konzerte. Daher dankte Ingeborg Schmidt besonders den vielen Spendern und Sponsoren, dass durch sie die Konzerte im größeren Rahmen sowie das Engagement professioneller Musiker, die die Laienmusiker unterstützen, möglich sei.

Nach der Pause erklungen die beiden wunderschönen Peer-Gynt-Suiten von Edvard Grieg, die von den Laienmusikern hochkonzentriert und mit viel Leidenschaft interpretiert wurden und dafür vom Publikum mit viel Applaus und stehenden Ovationen belohnt wurden.

von Mareike Bader

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