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Leiden Christi in dramatischen Bildern

Kantorei der Elisabethkirche Leiden Christi in dramatischen Bildern

Die Johannespassion von Johann Sebastian Bach zählt zu den eindrucksvollsten Werken der Kirchenmusik.

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Bachs wunderbare Klangwelt: Die Kantorei der Elisabethkirche und der Marburger Kinderchor singen die Johannespassion in ­Stadtallendorf und in Marburg.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Am Samstag führt die Kantorei der Elisabethkirche das Oratorium in Stadtallendorf auf, am Sonntag in der Marburger Elisabethkirche.

Die Johannespassion ist Bachs früheste, vollständig erhaltene oratorische Passion. Erstmals erklang das Werk im April 1724 in der Leipziger Nikolaikirche, mit Änderungen der Satzfolge und der Instrumentierung beschäftigte sich Bach bis 1749. Bis heute erfreut sich das Werk großer Beliebtheit und wird regelmäßig in der Passionszeit gesungen.

Das hochdramatische Oratorium verarbeitet die biblische Geschichte des Evangelisten Johannes, ergänzt durch Einschübe aus dem Matthäus-Evangelium. Hinzu kommen Strophen aus Kirchenliedern, unter anderem aus der Feder von Martin Luther. In lebhaften Bildern wird die Leidensgeschichte Jesu von der Gefangennahme über die Kreuzigung bis hin zur Grablegung erzählt.

Dabei übernimmt der große Chor oft die Rolle des Volkes, das in brutalen Szenen Kreuzigung und Tod Jesu fordert. Die schlichten, andächtigen Choräle haben dagegen eher reflektierenden Charakter, in den ergreifenden Arien wird eine betrachtende Perspektive eingenommen.

Historischen Instrumente spielen zur Begleitung

„Der besondere Reiz der Johannespassion ist, dass alles sehr dramatisch und direkt ist. Es gibt viel mehr Handlung als etwa in der Matthäuspassion“, erklärt Chorleiter Nils Kuppe. Die Kantorei der Elisabethkirche hat das Oratorium zuletzt 2010 aufgeführt, seit dem Herbst probt sie mit Unterbrechungen für das neue Konzert. Die älteren Kinder des Marburger Kinderchors werden bei den Aufführungen alle Choräle und der kleinen Chöre mitsingen.

Die Sänger werden vom Orchester Solamente Naturali auf historischen Instrumenten begleitet. Solisten sind Annemei Blessing-Leihausen (Sopran), Meinderd Zwart (Altus), Knut Schoch (Tenor), Andreas Czerney (Bass) und Jens Hamann (Christusworte, Bass). Die Gesamtleitung hat Bezirkskantor Nils Kuppe.

Bereits am Morgen des 22. März gibt es im Gottesdienst in der Elisabethkirche die Gelegenheit, Auszüge aus der Johannespassion zu hören. Die Kantorei wird den Eingangs- und den Schlusschor singen, die ­Gemeinde ist eingeladen, alle Choräle mitzusingen. Die Noten hierfür werden ausgeteilt (Liturg: Achim Ludwig, Beginn 10 Uhr).

von Bettina Preussner

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