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Lehrer zeigen „Heldenhaftes“

Fortbildung Darstellendes Spiel Lehrer zeigen „Heldenhaftes“

Darstellendes Spiel gewinnt an Schulen an Bedeutung. So wird auch die Ausbildung der Lehrer vorangetrieben. Lehrer aus ganz Mittelhessen probten diese Woche auf der Bühne der Waggonhalle den Ernstfall.

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Um Helden ging es in der „performativen Szenencollage“, die Lehrer aus ganz Mittelhessen zum Abschluss ihrer Fortbildung „Darstellendes Spiel“ in der Waggonhalle zeigten. Zeitungen wie die OP spielten eine Rolle bei der Heldensuche.Foto: Nadja Schwarzwäll

Marburg. 11 Tage, 8 Probenorte, 1000 Liter Kaffee, 40 Kilo Nudeln, 3 Tonnen Zeitung und nicht zu vergessen 3,5 Bandscheibenvorfälle - das alles zählt zur Bilanz einer Gruppe von Lehrern aus ganz Mittelhessen nach dem praktischen Teil ihrer Weiterbildung für das Unterrichtsfach „Darstellendes Spiel“. Am Dienstag und Mittwoch konnten Zuschauer in der Waggonhalle begutachten, was dabei herausgekommen ist. Und das war eine Klasse für sich.

Superman und Ayrton Senna, Lassie und Nadja Tolokonnikowa - viele verschiedene Namen werden ausgesprochen, während zwei Dutzend in Jeans und schwarzen Shirts gekleideter Menschen in der Mitte der Waggonhalle stehen und Zeitungen in Streifen reißen. Die Performance beginnt schon, während sich das Publikum noch seine Plätze sucht. Als alle sitzen, gehen die Darsteller in die Stuhlreihen und sprechen die Zuschauer direkt an. Sie zeigen Fotos und Zeitungsausschnitte und erzählen von der darauf abgebildeten Person und warum diese ihr persönlicher Held ist.

„helden.haft“ lautet der Titel des Stücks, das als „performative Szenencollage“ beschrieben ist und das eine Fülle kreativer Ideen und ein Maß an Überzeugung birgt, wie man es sich von manchem professionellen Theater wünschen würde. Superhelden-Muskeln sind lediglich mit Zeitungspapier ausgestopft und Aufstieg und Fall eines Helden mythischen Ausmaßes nicht mehr als Momente in Zeitlupe - tolle Umsetzungen und viel Gespür für die Facetten des Themas. Großartig: die Live-Schaltung zu „Klaus Kleber“ ins Trainingslager von Robin Hood auf einen Felsvorsprung im Naherholungsgebiet Sächsische Schweiz.

„Das war harte Arbeit und sehr intensiv, hat aber auch unglaublich viel Spaß gemacht“, sagt Gymnasiallehrer Steven Schlömer. Nach zwei Jahren Fortbildung standen er und seine Kolleginnen und Kollegen vor der Herausforderung, ein eigenes Stück zu erarbeiten. Das Thema Helden haben alle sehr spannend gefunden. Und bei der Theater-Arbeit haben die Lehrer auch gelernt, aus sich herauszugehen, erzählt Schlömer. „Eine tolle Ausbildung“, lautet sein Resümee. „Daraus nehmen wir viele Ideen mit in unseren Berufsalltag.“

von Nadja Schwarzwäller

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