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Leergut spricht das Publikum an

Lehrer auf der Theaterbühne Leergut spricht das Publikum an

Vor jeweils ausverkauftem Haus trat am Donnerstag und Freitag der Lehrer-Weiterbildungskurs Darstellendes Spiel Mittel­hessen in der Waggonhalle auf.

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Mit Pfandflaschen beschäftigte sich eine Szenencollage eines Lehrerensembles in der Waggonhalle.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Entstanden ist die Inszenierung Szenencollage mit Livemusik als Abschlussprojekt der dreijährigen Ausbildung zum Fachlehrer für Darstellendes Spiel und zum Erwerb der damit verbundenen Lehrbefähigung an Gymnasien.

Die inhaltliche Gestaltung wurde in einem Workshopblock vorbereitet und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter der Leitung von Tobias Purtauf gemeinsam erarbeitet. „bottles“, so der Titel des Collage, wurde mit unterschiedlichen gestalterischen Schwerpunkten von der Performance über Postdramatik bis hin zur reinen Spielszene umgesetzt.

Das Thema der Inszenierung beinhaltete die Auseinandersetzung rund um Pfandflaschen. Sei es als Trinkflasche, als Objekt zum Broterwerb, als Mittel der Kommunikation in Form einer Flaschenpost oder als Gegenstand und Aufbewahrungsmittel von „geistreichen“ Inhalten: Die 20-köpfige Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern präsentierte ihre Spielszenen professionell und mit einem anspruchsvollen, variablen Bühnenbild unter der Verwendung von Wasserkisten.

Darstellendes Spiel im Abitur

Einzelne Schwerpunkte wurden durch umfangreiche Recherchearbeiten behandelt und spielerisch zur Bühnenreife weiterentwickelt. So wurden den Zuschauern beispielsweise Elemente der Produktion von PET-Flaschen, aber auch die Müllproblematik durch Plastik eindrucksvoll gezeigt. Ergänzend wurden Texthefte, Plakate, ein Dramaturgiekonzept, PR-Arbeit und letztendlich musikalische Elemente von der Gruppe entwickelt, welche die etwa 80-minütige Inszenierung abrundeten.

Die Ausbildung zum Fachlehrer für Darstellendes Spiel ist eine Weiterbildungsmaßnahme der Landesschulämter in Hessen für interessierte Lehrerinnen und Lehrer und beinhaltet neben praktischen auch theoretische Inhalte. Die Lehrerinnen und Lehrer eigneten sich im Laufe der Ausbildung dabei nicht nur selbst eigene schauspielerische Kompetenzen an, sondern auch theoretische Grundlagen sowie Methodik und Didaktik der Vermittlung im Regelunterricht bis hin zur Planung von Schülerinszenierungen. Dabei sind der hohe Zeitaufwand und die klare Strukturierung der Ausbildung, die auch einen schriftlichen und mündlichen Prüfungsteil innerhalb des Staatsexamens beinhaltet, zu nennen.

Die Möglichkeiten des Faches Darstellendes Spiel an allgemeinbildenden Schulen und die Gestaltung des Unterrichts bieten Schülerinnen und Schülern ein hohes Maß an kognitiven, persönlichkeitsbildenden, aber auch gestalterischen und ästhetischen Zugängen zu aktuellen Themen. Dies sind letztendlich Gründe dafür, dass sich das Fach an Schulen etablieren konnte und einen hohen Stellenwert besitzt. An vielen hessischen Schulen ist inzwischen auch eine Abiturprüfung im Fach Darstellendes Spiel möglich.

von Eckardt Pfeffer und Corinna Kuschnik

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