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Lebensweisheiten aus dem Dixi-Klo

Maddin Schneider in Wetter Lebensweisheiten aus dem Dixi-Klo

Auch wenn mal einiges schief läuft, so schlägt sich Maddin Schneider mit seiner großen Klappe tapfer durchs Leben: „Lach oder stirb!“

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Maddin Schneider auf der Bühne des Stadthalle Wetter: In seiner Wahlheimat gab der Komiker ein Heimspiel.

Quelle: Sonja Achenbach

Wetter. Im Leben von Maddin Schneider ging in letzter Zeit ziemlich viel schief, wie er Astrid und Torben aus der ersten Reihe und seinen anderen Zuschauern erzählt. Erst meldet der Vermieter seiner Wohnung Eigenbedarf an und dann sterben auch noch die Oma und die Katze.

Wie ein Stehaufmännchen bringt ihn aber nichts zum verzweifeln. Er ist die gute Seele mit einem unerschütterlichen Vertrauen in die Menschheit - aber vor allem in sich selbst.

In dem Haus seiner Oma konnte er nicht schlafen und so kauft er kurzerhand während eines Spaziergangs ein anderes - ohne es auch nur einmal von innen gesehen zu haben. Als der Schimmel im Haus sich dann doch auch durch die zweite Schicht Tapeten frisst und seine Freundin Janine ihn deswegen zur „Schnegge“ macht, engagiert er schließlich einen Architekten. Der hat nicht studiert, oder sonstiges Fachwissen, nein. Es ist der Cousin seines Lieblingsitalieners.

Mit Wortwitz und gut platzierter Ironie eilt er am Donnerstagabend im Maddin-Tempo durch sein Programm. Einige Längen in der Geschichte gehen jedoch auch nicht unbemerkt am Publikum vorbei. Lacht und klatscht es an einigen Stellen immer wieder, so ist doch zu spüren, das manches nicht ganz bei den Menschen ankommt.

„Maddin“ darf nicht ohne Zugaben gehen

Die ganze Geschichte steuert auf einen Höhepunkt zu, der dann im Programm etwas kurz kommt: Maddin will nämlich endlich in sein neues Haus einziehen und entdeckt entsetzt, dass das Haus mehr einem Katastrophenschauplatz als einem fertig renovierten Haus gleicht. Obwohl Maddin dann selbst Hand anlegt, ist Janine so geschockt, dass sie sich kurzerhand von ihm trennt. Das bringt ihn so aus dem Gleichgewicht, dass er gezwungenermaßen auf das Dixiklo der Bauarbeiter geht. Doch Pechvogel, der Maddin nun mal ist, lässt sich die Tür nicht mehr öffnen.

So mit seiner scheinbar aussichtslosen Situation konfrontiert - das Haus steht außerhalb des Ortes - zweifelt Maddin zum ersten Mal an sich und seinen Entscheidungen. Er lässt sein Leben an sich vorbeiziehen und hat das Publikum in diesem Punkt seines Programms ganz und gar auf seiner Seite. Eine weitere Katastrophe bringt ihm dann auch die Freiheit wieder: Die Klotür gibt dem Gewicht seines Körpers nämlich nicht nach, es ist gleich das ganze Dixiklo, dass umkippt und den Hügel hinunterrollt. Unten angekommen ist zwar sein schöner weißer Anzug ruiniert, aber die Rettung naht, der körperlich und geistig versehrte Maddin aus seinem Gefängnis entkommen. Natürlich kann er seine Janine in diesem geläuterten Zustand auch wieder gewinnen.

Selbst wenn das Publikum im Laufe des Programms nicht immer auf seiner Seite war, so lässt es ihn nicht ohne Zugaben gehen, schließlich ist Maddin seit einigen Jahren einer von ihnen: Er lebt im Wetteraner Stadtteil Treisbach.

Einen Tag zuvor war Maddin Schneider mit seinem aktuellen Programm „Lach oder stirb!“ im Gladenbacher Haus des Gastes zu sehen, am 24. Februar kommt er in die Marburger Stadthalle.

von Sonja Achenbach

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