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Lebenskrisen im Dorfgasthaus

„Wilhelm und Katharina“ Lebenskrisen im Dorfgasthaus

Schon seit Gründung der Waggonhalle Marburg ist Willi Schmidt dabei. Neben dem Schreiben von Romanen und der Arbeit als Regisseur hat er sich ebenfalls der Schauspielerei verschrieben.

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Anna Daßler (links) und Autor und Schauspieler Willi Schmidt in einer Szene aus „Wilhelm und Katharina“.

Quelle: Friederike Hagel

Marburg. Nun präsentierte er wieder 
einmal sein schauspielerisches 
Können. Am Wochenende schlüpfte Schmidt in die Rolle 
des Wilhelm und verwandelte die Waggonhallenbühne – zusammen mit Anna Daßler als Katarina – in den „Gasthof zur Linde“. Nur wenige Zuschauer 
wollten die Uraufführung des neuen Dramas von Schmidt sehen, nicht alle bleiben. Eine Besucherin erlitt einen Kreislaufkollaps.

Zwischen Fiktion und autobiographischen Zügen des Lebens von Willi Schmidt bewegen sich die beiden Figuren Katarina und Wilhelm in der kleinen Welt eines beliebigen Dorfes, dessen ehemaliges Dorfgasthaus an jene des Marburger Landes erinnern mag. Vereinsamt und des Lebens müde präsentiert sich der „alte Wilhelm“.

Seine Vita ist durch eine lange Krankheitsgeschichte gezeichnet. Besonders der Verlust seiner großen Liebe Katarina hat sein Leben geprägt. Er könne weder alleine sein, noch könne er es mit Menschen aushalten, gesteht er Marie.
Diese lebenslustige junge Frau platzt nämlich prompt in sein Leben, auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf auf ihrer langen Wanderschaft.

Publikum beschleicht Wehmut und Schwere

Doch anstatt sich von ihrer Lebensfreude anstecken zu lassen, katapultiert sich Wilhelm zurück in Erinnerungen der Vergangenheit und lässt so den „jungen Wilhelm“ sprechen. Zu sehr erinnert die junge Marie ihn an seine große Liebe. Rückblicke in die 1980er-Jahre durchziehen die Handlung von „Wilhelm und Katharina – Gasthof zur Linde“. Schmidt verbindet sie mit der Gegenwart.

„Wilhelm und Katharina – Gasthof Zur Linde“ ist ein Zweipersonenstück mit autobiographischen Elementen, das letztlich vier Rollen vereint. Fremdsein und Schwermütigkeit sind dabei immer wiederkehrende Motive. So ist es nicht verwunderlich, dass auch im Publikum ein Gefühl von Wehmütigkeit und Schwere zu spüren ist.

Aufgeführt wurde das Theaterstück im Rahmen des Kultursommers Mittelhessen 2016 unter Regie von Mareike Dobewall.

von Friederike Hagel

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