Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Lebendige Kunst zur Winterzeit

Galerie Schmalfuß Lebendige Kunst zur Winterzeit

Eine bunte Palette aktueller Kunst präsentiert die Galerie Schmalfuß in der Ausstellung „Winter
time“.

Voriger Artikel
„Ihr seht so schön aus, wenn ihr klatscht“
Nächster Artikel
Festliche Klänge für guten Zweck

Herr der Bilder: Der Galerist Michael Schmalfuß vor einem großformatigen Stillleben von Mirko Schallenberg.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Zehn namhafte Künstler sind in der neuen Gruppenausstellung am Steinweg vertreten. Michael Schmalfuß gab eine kurze Einführung in die vielfältige Schau. Er begann mit dem Maler Mirko Schallenberg, dessen große Stillleben sofort ins Auge fallen.

„Schallenberg beschäftigt sich auf ganz eigene Weise mit dem Stillleben“, erklärte der Galerist. „Er malt immer wieder labile Situationen.“ Die klassisch gemalten Ölbilder seien oft ein Hinweis auf die Vergänglichkeit, so Schmalfuß weiter.

Albert Maria Pümpel arbeitet dagegen figurativ. Er malt häufig Gesichter, seine ausdrucksstarken Werke sind vielfarbig und in Schichten gearbeitet. In der Ausstellung ist das geheimnisvolle Gemälde „Heilige“ zu sehen, das er mit Öl, Ei und Schellack auf Leinwand gebannt hat.

Die Berliner Künstlerin Elvira Bach arbeitet ebenfalls mit intensiven Farben. Sie zählte zur Künstlergruppe der Jungen Wilden und setzt sich in ihren Arbeiten hauptsächlich mit der Emanzipation der Frau auseinander. Michael Schmalfuß nannte sie „eine Kämpferin mit dem Pinsel“.

Bildhauer war Handwerker

Ulrike Bolenz hat schon früh mit Collagen und Fotografien gearbeitet. Auch ihr Ölbild „Liegende“, das in der Ausstellung gezeigt wird, hat etwas Collagenhaftes. Die Frauenfigur scheint sich aufzulösen und mit der Landschaft dahinter zu verschmelzen. Auch diese Künstlerin malt in Schichten und fügt sogar Folien in ihre Bilder ein.

Der Bildhauer Maximilian Verhas kommt aus dem handwerklichen Bereich. Er hat faszinierende „sculptures in motion“ geschaffen, offene Rollkörper, die man in Bewegung setzen kann. Die Skulpturen wurden aus einer kreisrunden Fläche geschnitten und dann gedreht. Die schimmernden Objekte sind in Bronze gegossen, die Modelle dazu hat Verhas zuvor aus Gips oder Holz gefertigt.

Holz ist der Werkstoff, aus dem die Künstlerin Christiane Erdmann ihre Figuren zaubert. In der Ausstellung sind drei „Geishas“ zu sehen, anmutige Frauenfiguren, die ein exotisches Flair verströmen. Erdmann hat sie aus einem Baumstamm heraus gesägt und mit Farbe pigmentiert. Dabei wird die Farbe nicht nur aufgetragen, sondern regelrecht in das Holz einmassiert, wie der Galerist erläuterte.

Der chinesische Künstler Gyanguyn Liu, der in Deutschland lebt, ist sehr vielseitig und hat neben seinen Gemälden auch Installationen geschaffen und Filme gedreht. In der Galerie Schmalfuß sind zwei seiner Frauenbilder mit dem Titel „Surface“ ausgestellt. Die Gesichter verschwinden hinter einer Glasschicht und wirken dadurch fast maskenhaft. Sie verweisen laut Schmalfuß auf das Streben vieler Asiatinnen, wie Europäerinnen auszusehen.

  • Die Ausstellung im Steinweg 33 dauert noch bis zum 16. Januar 2016 und ist zu folgenden Zeiten geöffnet: Mittwoch bis Freitag 10.30 bis 13 Uhr und 15 bis 18.30 Uhr, Samstag 10.30 bis 16 Uhr.

von Bettina Preussner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr