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Leben zwischen den Welten

Ulrich Köhler präsentiert neuen Film Leben zwischen den Welten

Geboren in Marburg, aufgewachsen in Afrika, gelebt zwischen den Kulturen. Der Regisseur und Preisträger des silbernen Bären, Ulrich Köhler, präsentiert seinem Film „Schlafkrankheit“ am Mittwoch in der Kammer.

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Bei den Dreharbeiten zu dem Film „Schlafkrankheit“ musste Ulrich Köhler (rechts) die Schauplätze abgehen.

Quelle: Privat

Marburg. Ulrich Köhler ist ein Suchender. Ein Heimatsuchender, um genauer zu sein. Marburg, Afrika oder doch Berlin? Gewohnt hat er schon an vielen Orten, so recht angekommen ist er aber an keinem.

In seinem neuen Film „Schlafkrankheit“ thematisiert Köhler die verzweifelte Suche nach einem Platz in der Welt. Es ist eine Suche, die mit eigenen Kindheitserinnerungen begann und auf der Berlinale im Februar mit dem silbernen Bären für die beste Regie vorerst endete.
In Marburg geboren, wuchs Köhler in einem Dorf in Zaire, in der heutigen demokratischen Republik Kongo auf. Mit seinen Eltern, Entwicklungshelfern, sprach er deutsch, mit seinen Freunden die Stammessprache Kikongo. Es war eine wilde, eine ungezähmte Kindheit. Umso größer war für Köhler der Kulturschock, als seine Familie wieder nach Deutschland zurückkehrte.

Schulalltag im hessischen Diez an der Lahn statt Abenteuer in Afrika. Der junge Reisende tat sich schwer. Zu sehr unterschied sich seine Kindheit von der seiner Klassenkameraden. Zu unterschiedlich waren die Kulturen, die aufeinander prallten. Köhler wollte dazugehören – und begann zu vergessen. Die Stammessprache, die Gerüche und Geschmäcker, die einst seine Kindheit prägten.

In seinem neuen Film „Schlafkrankheit“ begibt sich Köhler auf die Suche nach genau diesen vergessenen Kindheitserinnerungen, ohne dabei autobiografisch zu werden. In dem Film wird die Geschichte des Arztes Ebbo erzählt, der als Entwicklungshelfer ein Programm zur Bekämpfung der Schlafkrankheit leitet. Frau und Tochter gehen nach einiger Zeit nach Deutschland zurück – Ebbo bleibt.

Drei Jahre später: Alex Nzila, ein junger Arzt aus Paris, soll im Auftrag der WHO das Schlafkrankheitsprojekt überprüfen. In Kamerun trifft er auf Ebbo, der innerhalb seiner neuen afrikanischen Familie aber immer ein Fremder bleiben wird.

Es ist zwar nicht die Lebensgeschichte seiner Familie, die Köhler erzählt, wohl aber ein Einblick in seine Gedanken, die ihn Zeit seines Lebens begleiten. Wo eigentlich ist mein Platz in der Welt? „Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie nach Deutschland zurückgekehrt sind und mir versucht haben, eine Heimat zu geben“, so Köhler.

Der Film Schlafkrankheit wird am Mittwoch, 29. Juni, um 20.35 Uhr in der Kammer gezeigt. Ulrich Köhler wird anwesend sein, um mit dem Publikum zu diskutieren.

Die Oberhessische Presse verlost 10x2 Karten für die Premiere. Schreiben Sie bis Montagmittag, 14 Uhr, eine Mail an gewinnspiel@op-marburg.de.

von Marie Lisa Schulz

Mehr lesen Sie am Samstag in der Printausgabe der OP.

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