Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Lateinamerikanische Kultur im Blick

Semana Latina beginnt Lateinamerikanische Kultur im Blick

„Bäng Bäng“ heißt es 
zum Auftakt der Semana Latina am Samstag in der Waggonhalle. Das Konzert ist eine von zehn Veranstaltungen rund um lateinamerikanische Kultur.

Voriger Artikel
Rio, Amsterdam und Marburg
Nächster Artikel
Drogenthriller und Romantikkomödie

Heyson Vargas (oben, von links), Jean Kleeb, ­Marion Breu, Manfred Paulsen und Knut Kramer präsentieren das Programm der Semana Latina.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Es gibt in Marburg eine große Latino-Gemeinschaft und ein großes Interesse an der Kultur des lateinamerikanischen Sprachraums. Darauf reagiert die „Semana Latina“, die lateinamerikanische Woche, die vom 1. bis 8. Oktober zum zehnten Mal in der Waggonhalle stattfindet.

Der in Marburg lebende brasilianische Pianist, Komponist und Chorleiter Jean Kleeb ist von Anfang an dabei, hat das kleine Festival mit aus der Taufe gehoben. „Es gibt nicht so viele Städte in Deutschland, die in so konzentrierter Form lateinamerikanische Kultur präsentieren“, sagt Kleeb.

Kunst wirft Blick auf gesellschaftliche Probleme

Gemeinsam mit seinen Mitstreitern – dem bolivianischen Musiker Heyson Vargas, dem Marburger Musikschulleiter Knut Kramer, dem Literaturexperten Manfred Paulsen, dem Weltladen und Marion Breu von der Waggonhallen-Geschäftsleitung – hat er ein abwechslungsreiches Programm organisiert, das neben Musik und Theater den Blick auch immer wieder auf die gesellschaftliche und politische Lage in Lateinamerika richtet. „Wir wollen Lateinamerika nicht aus Sicht eines Europäers betrachten, sondern Innenansichten präsentieren“, betonen die Veranstalter.

Theater steht am Sonntag ab 20 Uhr in der Waggonhalle auf dem Programm: „El cartero de Neruda“ heißt das Stück nach einer berühmten Novelle des chilenischen Schriftstellers Antonio Skármeta über einen Briefträger, der mit dem legendären chilenischen Nationaldichter Pablo Neruda in Kontakt kommt. Gespielt wird in deutscher Sprache.

Innenansichten zeigen auch zwei Filme aus Brasilien: „Music for the Slums“ ist eine Dokumentation über eine Musikschule in Rocinha, der größten Favela Rio de Janeiros. Er ist von Montag bis Mittwoch kommender Woche jeweils ab 17 Uhr in der Bühne 2 der Waggonhalle zu sehen.

Multivisionsshow informiert über fairen Handel

„Der Sommer mit Mama“ war in Brasilien außerordentlich erfolgreich. Regisseurin Anna Muylaert rückt ein selbstbewusstes Hausmädchen ins Zentrum ihres Films. Er ist am Dienstag um 19.30 Uhr im Capitol zu sehen.

„Die Anden“ ist eine Multivisionsshow von Dr. Jutta Ulmer und Dr. Michael Wolfsteiner betitelt, die am Montag ab 20 Uhr in der Waggonhalle nicht nur grandiose Bilder aus Peru, Bolivien und Chile bietet sondern auch viele Informationen über fairen Handel.

Die „Politische Lage in Lateinamerika“ diskutieren am Mittwoch ab 20 Uhr in der Waggonhalle der Marburger Soziologe Dieter Boris und der Kasseler Politologe Timm Schützhofer. Sie wollen die politischen Entwicklungen der vergangenen Jahre in Venezuela, Brasilien, Argentinien und anderen Ländern beleuchten, wo vor einigen Jahren „Bolivars Erben“ angetreten sind, die Lebensbedingungen für breite Bevölkerungsschichten zu verbessern.

Doch Lateinamerika ist ganz besonders für seine Musik bekannt. Eröffnet wird das kleine Festival am Samstag von der Steeldrum-Gruppe „Bäng Bäng“ rund um den Sänger Bruce van Mulier aus Surinam. Es sei eine „tolle Truppe“, sagt Kleeb.

Aus Bolivien kommt der Sänger, Komponist und Charango-Spieler Willy Rios ( Mitte, Foto: Veranstalter) . Mit seiner Band tritt er am Donnerstag, 6. Oktober, ab 20 Uhr in der Waggonhalle auf. Einen Tag später steht Fado aus Portugal auf dem Programm. Das Trio Madga Mendes pendelt am Freitag ebenfalls ab 20 Uhr in der Waggonhalle zwischen Lebensfreude und Melancholie.

Mit Piraí Vaca kommt zum Abschluss am Samstag, 8. Oktober, ein Stargitarrist in die Waggonhalle. Piraí Vaca ist einer der bekanntesten bolivianischen Musiker und wird in ganz Lateinamerika bewundert. Er spielt ab 20 Uhr in der Waggonhalle. Zudem gibt er am Samstag in der Musikschule einen Meisterkurs für fortgeschrittene Gitarristen. Anmeldungen dafür nimmt Heyson Vargas unter der Rufnummer 0162/2536042 oder per E-Mail unter heysonv@hotmail.com entgegen.

von Uwe Badouin

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr