Volltextsuche über das Angebot:

31 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Landkreis ehrt Ubbelohde-Preisträger

Verleihung Landkreis ehrt Ubbelohde-Preisträger

Normalerweise ehrt der Landkreis seine Otto-Ubbelohde-Preisträger im Biedenkopfer Schloss. Im Ubbelohde-Jahr fand die Ehrung Mittwochabend im Garten des Ubbelohde-Hauses statt.

Voriger Artikel
Chor erinnert an alten Meister
Nächster Artikel
Psychoduell in der Psychoklinik

Landrätin Kirstin Fründt (von links) übergab die Ubbelohde-Preise an Uli Krappen, Monika Moritz, Heinz Rabenau, Angela Timmermann, Willi Rabenau, Barbara Seitz, Marianne Nain und Bärbel Lies. Der Kreistagsvorsitzende Detlef Ruffert freut sich mt den Preisträgern Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Seit 1987 vergibt der Landkreis jährlich die Otto-Ubbelohde-Preise. Der nach dem 1867 in Marburg geborenen und 1922 in Goßfelden gestorbenen Künstler benannte Preis ist der bedeutendste Kulturpreis des Kreises. Mit dem Preis würdigt der Kreis „das vielfältige, oft Beispiel gebende Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Gruppen und Initiativen im Kulturbereich in unserem Kreis“, wie Landrätin Kirsten Fründt betonte, die die Auszeichnungen im eigens aufgebauten Zelt verlieh. In diesem Jahr gehen die mit jeweils 1000 Euro dotierten Ubbelohde-Preise an die Marburger Künstlerin Uli Krappen, die Brüder Heinz und Willi Rabenau aus Bellnhausen und Roth sowie die Gruppe „Pflege des Otto-Ubbelohde-Gartens“ in Goßfelden.

Für Letztere war die Preisverleihung ein Heimspiel. Zum ersten Mal vergab der Kreis die Auszeichnungen am Mittwochabend im wunderschönen Garten des Ubbelohde-Hauses in Goßfelden. Anlass ist das Ubbelohde-Jahr: Der Künstler wäre am 5. Januar 150 Jahre alt geworden.

Normalerweise ehrt der Landkreis seine Otto-Ubbelohde-Preisträger im Biedenkopfer Schloss. Im Ubbelohde-Jahr fand die Ehrung gestern Abend im Garten des Ubbelohde-Hauses statt.

Zur Bildergalerie

Ehrenamtlich pflegen Barbara Seitz, Bärbel Lies, Monika Moritz, Marianne Nain und Angela Timmermann seit 2011 den Garten des Hauses. Das Team habe sich mit viel Gespür und hoher Tatkraft in die Restauration des historischen Künstlergartens vertieft, erklärte Landrätin Fründt. Der Garten sei inzwischen Teil der übergeordneten „Garten Route Eder - Lahn - Diemel“ und sehr beliebt.

Stellvertretend für die Gruppe sagte Barbara Seitz: „Wenn die Menschen unsere Arbeit würdigen, sind wir sehr froh. Der Garten ist ein Glücksfall. Wir sind immer absolut beglückt, wenn wir in diesen Garten kommen.“

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Marburger Künstlerin Uli Krappen. Sie habe die ­Jury mit ihrem Witz, ihrem Charme und ihrem eigenen Stil beeindruckt, sagte die Landrätin. Ihre Werke seien unverwechselbar, meist von schönen Farben und fröhlichen Motiven geprägt. Ausstellungen in München und Berlin sowie in Südfrankreich zeugten von der künstlerischen Qualität ihrer Arbeiten. Die Bilder vermittelten Betrachtern nicht nur pures Lebensglück und Freude, sie stimmten auch sehr nachdenklich. Zuletzt wurde Uli Krappen für die Illustrationen, die sie gemeinsam mit Mehrdad Zaeri für das Kinderbuch „Nusret und die Kuh“ von Anja Tuckermann geschaffen hat, für den Deutschen Jugendbuchpreis 2017 nominiert. Uli Krappen sagte, sie „fühle sich sehr geehrt“. Die Feier und die Ehrung stelle einen Zusammenhang zu Ubbelohde her, der „wunderschöne Bilder gemalt hat“.

Gegen die starke Konkurrenz von 60 Bewerbungen konnten sich auch Heinz und Willi­ ­Rabenau aus Bellnhausen beziehungsweise Roth durchsetzen. Die Zwillingsbrüder sind seit vielen Jahren in der Heimatgeschichte und der Brauchtumspflege aktiv. „Sie haben nicht nur lokalgeschichtlich viele örtliche Themen schriftlich aufgearbeitet und eine Vielzahl an Publikationen erstellt, sondern sie verstehen es auch durch ihren Humor, diese Themen sehr amüsant darzustellen“, sagte Fründt. Sie verwies auf das 2014 veröffentlichte Buch „Bennhäuser Heeb“ mit 74 Einträgen zu Höfen, Häusern und deren Besitzer aus den Jahren 1650 bis 1952.

Darüber hinaus engagierten sie sich seit vielen Jahren für den Erhalt der heimischen Mundart. Kalender mit Anekdoten aus Bellnhausen in Mundart, ein Theaterstück und Vorträge im Dialekt, zahlreiche Mundartbücher und Übersetzungshilfen seien Ergebnisse ihrer Arbeit. Außerdem hätten sie an der Dorfchronik 750 Jahre Bellnhausen mitgewirkt.

Heinz Rabenau erinnerte in seiner Dankesrede, die er mit Witz mit Mundart spickte, an Menschen, die sie seit Jahren unterstützt hätten. Insbesondere nannte er ihren Großvater Johannes Rabenau, der zum Vaterersatz geworden sei, weil ihr Vater im Krieg starb und ihnen Literatur näher gebracht habe. „Wir sagen ein herzliches Dankeschön für diesen Preis.“

Den Festvortrag hielt Dr. Christoph Otterbeck, Direktor des Museums für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität. Otterbeck sprach über Otto Ubbelohde. Festlich umrahmt wurde die Feier von einem Streichquartett von Mitglieder der Jungen Marburger Philharmonie und des Marburger Kammerorchesters mit Werken von Mozart und Erik Satie.

Ludwig Rinn, Vorsitzender der Ubbelohde-Stiftung, zeigte sich erfreut über die Festveranstaltung im Garten des Namensgebers des Kulturpreises.

von Uwe Badouin

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr