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Absurde Komödie aus Polen

Landestheater: „Yvonne, Prinzessin von Burgund“ Absurde Komödie aus Polen

Der Frankfurter Theater- und Filmschauspieler Sascha Nathan gibt mit dem Stück des Polen Witold Gombrowicz sein Regiedebüt in Marburg. Das Stück ist ein hierzulande unbekannter Klassiker.

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Karlheinz Schmitt (von links) ist als Yvonne zu sehen, Moritz Pliquet spielt den Prinzen Philipp und Viktoria Schmidt die Hofdame Isa.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Polnisches Theater und polnische Autoren sind in Deutschland weitgehend unbekannt. Das gilt auch für Witolt Gombrowicz (1904 – 1969), einem der bedeutendsten Schriftsteller Polens, der seit seinem 34. Lebensjahr im Exil lebte und für viele als Klassiker der Moderne gilt. Dies gilt auch für sein erstes Theaterstück „Yvonne, Prinzessin von Burgund“ aus dem Jahr 1935. Es sei einer der wohl unbekanntesten Klassiker des Welttheaters, meint etwa die polnische Theaterwissenschaftlerin Iwona Uberman.

Zeit also, Stück und Autor kennenzulernen, meint das Hessische Landestheater und hat die absurde Komödie ins Programm genommen. Aufgeführt wird sie mit einem ganz großen Ensemble auf der Bühne im Theater am Schwanhof. Dort dürfte es eng zugehen. Acht Darsteller hat Regisseur Sascha Nathan ausgewählt: Maximilian Heckmann, Thomas Huth, Artur ­Molin, Roman Pertl, Moritz Pliquet, Susanne Schäfer, Victoria Schmidt, Karlheinz Schmitt und Thomas Streibig. Hinzu kommen acht Statisten.

Sie alle tauchen ein in die Welt des Hofes von Burgund. Dort stößt der Prinz von Burgund auf Yvonne. Sie ist einfach schrecklich unangenehm, so unangenehm, schweigsam, apathisch und hässlich, dass sie ihn so sehr irritiert, dass er sie schließlich heiraten will. Doch die Ehe ist nicht das Happy End für das ungewöhnliche Paar, es ist „vielmehr Auftakt zu einem Desaster“, wie das Landestheater mitteilt.

Sie tut nichts, aber nervt

Die Braut muss den Eltern, dem Königspaar, vorgestellt werden. Die Eltern des Prinzen sind entsetzt, denn Yvonne passt so gar nicht in das Bild des Hofes, sie beachtet keine Verhaltensregeln der Hofetikette.­ Sie ist passiv, stumm, widerborstig und hässlich. Ihre bloße Anwesenheit macht alle anderen nervös.

„Yvonne ist das unberechenbar Fremde, das Zucken im Handrücken, das fahrige Unwohlsein peinlicher Stille, der unübersehbare Klecks am Revers. Ein Fleck, für dessen Tilgung man einen Mord begehen würde“, so charakterisiert das Deutsche Schauspielhaus Hamburg diese Figur, die allen auf die Nerven geht, obwohl sie nichts macht. Bald entsteht der Plan, Yvonne zu töten.

Für Sascha Nathan ist „Yvonne, die Königin von Burgund“ die erste Regiearbeit in Marburg. Nathan ist seit der Spielzeit 2009/10 Ensemblemitglied am Schauspiel Frankfurt. Nebenbei arbeitet er regelmäßig für Film und Fernsehen. Zuletzt war er im Januar im Frankfurter „Tatort“ und in „Frau Temme sucht das Glück“ zu sehen. Darüber hinaus hat er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst.

Für die Ausstattung zeichnet Richard Fulton verantwortlich, die musikalische Leitung hat Michael Lohmann.

  • „Yvonne, Prinzessin von Burgund“ hat am Samstag um 19.30 Uhr im Theater am Schwanhof Premiere. Weitere Vorstellungen sind am 12., 13. und 30. April.

von Uwe Badouin

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