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Kurzurlaub mit Sehnsuchtseffekt

Ostsee von oben Kurzurlaub mit Sehnsuchtseffekt

Silke Schranz und Christian Wüstenberg zeigen „Die Ostsee von oben“ und wer zuvor noch kein Fan der Küste war, der kann nach diesem Film gar nicht mehr anders.

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Solche Sehnsuchtsbilder zeigt der Film „Die Ostsee von oben“ zuhauf.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Wenn zwei Menschen begeisterte Filmemacher sind, gern verreisen und sich dann auch noch im Flugzeug immer um den Fensterplatz streiten, ist es wohl unausweichlich, dass sie irgendwann einen Film aus der Vogelperspektive drehen.

2011 brachten Silke Schranz und Christian Wüstenberg „Die Nordsee von oben“ in deutsche Kinos, in diesem Jahr zeigen sie uns die Ostsee. Gefilmt vom Hubschrauber aus mit einer so genannten „Cineflex“-Kamera - deren kreiselstabilisierte Technik ursprünglich für die CIA entwickelt wurde und die spektakuläre Aufnahmen liefert. Da lassen sich aus der Luft sogar Nummernschilder oder die Farbe eines Augenpaares erkennen, ohne dass etwas wackelt, sagt Christian Wüstenberg.

Anderthalb Jahre waren er und Silke Schranz mit der Produktion beschäftigt. Und obwohl Christian Wüstenberg selbst ein „Nordlicht“ von der Nordsee ist, haben die Luftbilder ihm seine Heimat aus einer Perspektive gezeigt, als sei sie ein anderer Planet, erklärte er im Marburger „Capitol“.

Selbst mit geflogen sind die beiden nicht - die Technik nimmt so viel Raum im Hubschrauber ein, dass nur für Pilot und Kameramann Platz ist. Peter Bardehle und Klaus Stuhl waren für die Bilder verantwortlich und Schranz und Wüstenberg haben nicht aufgehört zu recherchieren, bevor sie selbst nicht alles spannend fanden, so Silke Schranz.

In der Tat gelingt es den beiden nicht nur, atemberaubend schöne Bilder von der Natur und vom Leben an der Küste zu zeigen, sondern auch und vor allem, spannende Geschichten dazu zu erzählen.

Von der kleinsten Stadt Deutschlands, von einem Ort, der fast ebensoviele Liegeplätze für Boote wie Einwohner hat, von Wikingern und Werften, Schlössern und Strandkörben oder den Kieler Sprotten, die eigentlich eine Erfindung der Eckernförder sind.

Rund 25 000 Kilometer von Flensburg bis einmal rund um Rügen waren die Grundlage für ihren Film - ganz bewusst haben sich die beiden auf den deutschen Teil der Ostsee beschränkt und mussten selbst dafür jede Menge Material, Orte und Geschichten weglassen.

„Man muss nicht in ferne Länder reisen, um etwas Exotisches zu finden“, lautet das Fazit der beiden Filmemacher, die derzeit auf einer Tournee durch etwa 80 deutsche Kinos sind. In Marburg haben sie auch ihre vier vorherigen Filme vorgestellt. Bevor sie filmtechnisch in die Luft gingen haben sie auch schon Portugals Algarve und Neuseeland bereist und waren 100 Tage durch Australien unterwegs. Über dieses Abenteuer haben sie inzwischen auch ein Buch geschrieben. Was als nächstes kommt, wollten sie noch nicht verraten.

Nun aber kann man „Die Ostsee von oben“ genießen - ein Kurzurlaub im Kino, wie er schöner kaum sein könnte, in Marburg voraussichtlich ab dem kommenden Donnerstag. Prädikat: Unbedingt ansehen!

von Nadja Schwarzwäller

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