Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Kurhessische Kantorei betritt Neuland

Passionskonzert am 6. April Kurhessische Kantorei betritt Neuland

Am Sonntag, 6. April, führt die Kurhessische Kantorei unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum Bachs Johannespassion auf. Die Zuhörer sollen das Werk in neuer Weise erleben.

Voriger Artikel
Berührende Liebesgeschichte
Nächster Artikel
Held aus dem Comic-Universum

Mitglieder der Kurhessischen Kantorei betrachten ein Fastentuch des Künstlers Frank Schult, der derzeit in der Pfarrkirche ausstellt.Privatfoto

Marburg.. Eine alte Bekannte? Johann Sebastian Bachs Johannespassion erzählt in dramatischer Weise von den letzten irdischen Tagen des Gottessohnes. Als „Königssohn“ und Abgesandter des himmlischen Vaters erscheint Jesus hier wie eine Majestät - musikalisch erlebt man seinen Weg zum Kreuz nicht als Opfergang, sondern als selbst gewähltes Schicksal. Er ist frei im Glauben und spendet Freiheit durch sein Sterben und durch sein Auferstehen - so heißt es im Choral „Durch Dein Gefängnis Gottes Sohn ist uns die Freiheit kommen“.

Ein scharfer Kontrast zu den Chören des Volkshaufens, die mit großer Wucht und zynischer Lust seine Kreuzigung fordern und seinen Status als König verneinen. Sogar seinen Mantel losen die Henkershelfer noch kaltblütig untereinander aus: das „Lasset uns den nicht zerteilen, sondern losen wes er sein wird“ könnte heute der aufgeheizten Stimmung einer Spielhölle entstammen.

Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum und die Kurhessische Kantorei wollen ihr Publikum mitempfinden lassen - und sie suchen in tieferen Schichten, was Bachs Werk heute aussagen kann.

Neue Akzente finden sie in einer ungewöhnlichen Begegnung mit Oliver Messiaen, dem Komponisten geistlicher Musik des 20. Jahrhunderts. Von Messiaen erklingen Orgelstücke aus dem Zyklus „Livre du Saint Sacrement“. Durch die mal wuchtigen, mal zarten „Einbrüche“ der Orgel in die gewohnte Abfolge der Passionsmusik entsteht ein neuer Sinn, fast ein eigenes liturgisches Ritual.

So kommt man wieder ganz in die Nähe dessen, was diese Passionsmusik, die vor 290 Jahren am 7. April 1724 im Gottesdienst zum Karfreitag erstmals aufgeführt wurde, eigentlich will: aufrütteln, verstören und schließlich öffnen - „mach mir den Himmel auf und schließ die Hölle zu“ bittet der Chor zum Schluss.

Das Konzert beginnt am Sonntag, 6. April, um 19 Uhr in der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien. Solisten sind Nicole Pieper (Alt), Simone Schwark (Sopran), Andreas Post (Tenor), Jens Haman (Bass, Arien) und Christos Pelekanos (Bass, Jesusworte). Die Orgel spielt Torsten Laux. Es musiziert das Main-Barockorchester. Die Leitung hat Uwe Maibaum.

Karten gibt es bei Marburg Tourismus und Marketing, Pilgrimstein 26, Telefon 06421 / 99 120 und im Internet unter der Adresse www.kurhessische-kantorei.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr