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Kunstverein zeigt „Bewegte Bilder“

Ausstellung Kunstverein zeigt „Bewegte Bilder“

Der Marburger Kunstverein geht immer wieder neue Wege. Nach den Klanginstallationen von Clara Oppel sind „Bewegte Bilder“ zu sehen. Die Ausstellung wird diesen Freitag, 12. Juni, um 18 Uhr eröffnet.

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Jonas Englert aus Friedberg studiert zwar noch, doch sind seine Arbeiten schon in Sammlungen wie der des Hirshhorn Museums in Washington und dem Museum of Fine Arts in Boston vertreten. In Marburg zeigt er seine Arbeit „Stigma“.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Nicht Malerei oder Plastiken sondern Monitore, Flachbildschirme und Beamer prägen in den kommenden sieben Wochen das Bild im Kunstverein. Zu sehen sind Video-Arbeiten von 14 internationalen Künstlerinnen und Künstlern aus fünf Ländern.

Eine Ausstellung in dieser Form hat es in Marburg bislang noch nicht gegeben, und sie dürfte in dieser Form auch international sehr selten sein. Videokunst ist seit den 1960er Jahren zwar immer wieder Bestandteil von großen Ausstellungen wie etwa der documenta, aber als reine Videokunst-Ausstellung selten.

Initiiert wurde die Ausstellung von der Marburger Künstlerin Barbara-Isabella Bauer-Heusler. „Mein Mann und ich beschäftigen uns schon seit langem mit dieser Art von Kunst, sie ist faszinierend“, sagte sie bei der Pressevorstellung. Allerdings wären sie und der Kunstverein alleine mit der Organisation der Schau völlig überfordert gewesen – „ohne Hilfe wären wir völlig baden gegangen“.

„Braveheart“-Kamerafrau stellt aus

Hilfe haben sie gefunden bei der Galeristin Anita Beckers, die sich seit mehr als 20 Jahren auf Videokunst spezialisiert hat. Beckers hat die Kontakte zu den Künstlern hergestellt, sie gemeinsam mit Barbara-Isabella Bauer-Heusler ausgewählt. Zudem hat Anita Beckers für die enorm komplizierte technische Einrichtung der Schau gesorgt.

Zu sehen sind Arbeiten von Kota Ezawa, Kate Gilmore, William Lamson und Suara Welitof (alle aus den USA), von Philippe Grammaticopoulos aus Frankreich, Zhenchen Liu aus China und Clare Langan aus Irland, die Cineasten vielleicht aus dem Abspann von Mel Gibsons Kinoerfolg „Braveheart“ kennen. Die Irin war Teil des Kamerateams. Aus Deutschland sind ­Lisa ­Weber, Eva Teppe, Julia Charlotte Richter, Johanna Reich, Jonas Englert und der Marburger Reinhard Hölker mit Videokunst in der Ausstellung vertreten.

Viele von ihnen sind international renommiert wie der Chinese Liu, dessen Arbeiten in der Dauerausstellung des Centre Pompidou in Paris zu sehen sind, oder der deutsche Ezawa, der heute in San Francisco als Professor für Medienkunst lehrt.

Besucher sollten Zeit mitbringen

Die Ausstellung zeigt das breite Spektrum zeitgenössischer Videokunst: Dramatisch und hochverdichtet zeigt Zhenchen Liu die Zerstörung des alten Shanghai, mystisch ist die Arbeit von Clare Langan, poetisch das Werk William Lamsons, die alle im Obergeschoss zu sehen sind und sich mit Natur und Naturzerstörung auseinandersetzen, wie Anita Beckers betont.

Im Erdgeschoss sind eher performative Arbeiten wie „Stigma“ von Jonas Englert oder „Break of Day“ von Kate Gilmore zu sehen. Erschreckend und irritierend ist der Comic von Philippe Grammaticopoulos über die Wechselwirkungen von Gentechnik und Kapitalismus. Besucher müssen Zeit mitbringen, denn die Videoarbeiten, die in Endlosschleifen zu sehen sind, dauern zwischen 4 und 30 Minuten. Manche sind mit Tonspuren unterlegt.

Die Ausstellung wird diesen Freitag, 12. Juni, um 18 Uhr eröffnet. Galeristin Anita Beckers führt die Besucher in das Werk der Künstler ein. „Bewegte Bilder“ ist bis zum 30. Juli zu sehen, geöffnet Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

von Uwe Badouin

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