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Kunstmuseum plant Werbe-Offensive

Crowdfunding Kunstmuseum plant Werbe-Offensive

Das Kunstmuseum Marburg will mit einer Werbe-Offensive vor allem junge Menschen ansprechen. Geplant sind eine „Faceroomparty“ und so genanntes Crowdfunding.

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Shaker Hussein (von links), Uni-Vizepräsident Professor Joachim Schachtner, Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck und Museumsmitarbeiter Daniel Bubel präsentieren die „Faceroom“-Aktion.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Das Kunstmuseum geht zumindest sprachlich neudeutsch in die Offensive. Unter dem Slogan „Ich will ins Museum“ wird im Internet ein „Faceroom“ (Gesichtsraum) eingerichtet. Die Aufforderung lautet: „Mit 5 Euro gibst du deinem Museum ein Gesicht.“

Und zu „Marburg b(u)y Night“ am Freitag, 28. November, ist eine große „Faceroomparty“ geplant: Ab 20.30 Uhr spielt die Kölner Indierock-Band „Yellowknife“, bevor von etwa 22.30 bis gegen 3 Uhr in den leergeräumten heiligen Hallen der Kunst die „Bassmusik Marburg Crew“ die Plattenteller übernimmt und den Feiernden mit Drum‘n‘Bass, Jungle, Hip-Hop und Mash-Up einheizt.

„Wir werden mit dem Konzert und der Party die Räume vorerst das letzte Mal bespielen“, sagt Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck. Im Januar beginnt die erste Phase der Innensanierung des Kunstmuseums der Philipps-Universität – und damit eine lange Durststrecke, denn das Museum wird seine Sammlung erst 2016 wieder öffnen.

300 000 Euro sind schon eingegangen

Wann genau, lassen Otterbeck und Professor Dr. Joachim Schachtner, Uni-Vizepräsident für Informations- und Qualitätsmanagement, offen. Zu viele Unwägbarkeiten gibt es bei der Sanierung, deren erster Bauabschnitt rund 2,5 Millionen Euro kosten wird – die Hälfte davon muss die Universität aus Spenden finanzieren.

Rund 300 000 Euro an Spenden sind bereits eingegangen, weitere große Summen zugesichert. So gibt es eine ganze Reihe von Bürgern und Unternehmen, die „Patenschaften“ für einzelne Räume des Museums übernehmen wollen.
Doch Otterbeck weiß: „Der Weg ist noch weit.“ Da kommt die Aktion „Faceroom“ ins Spiel. Ausgetüftelt hat die Kampagne Shaker Hussein, Geschäftsführer der Goldfish ArtGmbH. Mit dem virtuellen „Faceroom“ sollen gezielt junge Menschen angesprochen werden.

Sie funktioniert nach dem sogenannten Crowdfunding-Prinzip, das in vielen Fällen außerordentlich erfolgreich ist: Eine anonyme Menge finanziert mit kleinen Beiträgen eine große Sache. Nach diesem Prinzip werden inzwischen Filme und CD-Produktionen, aber auch Hilfsorganisationen finanziert. Warum nicht auch ein Museum?

Jeder Kleinspender ist willkommen

Jeder kann sein Foto in den inzwischen eingerichteten „Faceroom“ hochladen, zahlt dafür mindestens fünf Euro. Der „Faceroom“ wird nach derzeitigen Plänen bei der Eröffnung des Museums in einer eigenen Ausstellung präsentiert. „Wir wollen junge Menschen mit an Bord nehmen“, sagt Professor Schachtner.

Das Museum sei in der Stadt zu wenig bekannt gewesen, ergänzt der Uni-Vizepräsident. Die Crowdfunding-Aktion und die Party sollen dies ändern. Bislang wurden nach Angaben Shaker Huseins bereits rund 100 Bilder hochgeladen. Bei der Party kann sich jeder Gast als Kleinspender an der Aktion beteiligen und sein Foto hochladen lassen.

  • Die Crowdfunding-Aktion für das Kunstmuseum funktioniert natürlich auch per Internet zu Hause: www.faceroom-mr.de

von Uwe Badouin

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