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Kunst und Musik sorgen für gute Laune

Nacht der Kunst Kunst und Musik sorgen für gute Laune

Seit 12 Jahren ist die Nacht der Kunst fester Bestandteil des Marburger Kulturlebens. Am Freitagabend zogen Kunstfreunde wieder in Scharen durch die Stadt.

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Der Künstler Hans Schohl zeigte seine filigranen „Himmelsobjekte“ im Schlauchturm der Feuerwehr Marburg-Mitte. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Bei herrlichem Sommerwetter pilgerten die Menschen am Freitagabend in Scharen durch die Innenstadt - denn neben der Nacht der Kunst wurden noch Open-Air-Theater und ein großes Feuerwerk geboten (lesen Sie auch die Berichte auf den Seiten 5 und 15). Es sind Tage, an denen die alte Stadt Marburg besonders freundlich, jung und lebendig wirkt.

36 Aussteller zwischen Hauptbahnhof und Südviertel präsentierten am Freitag Kunst, Musik und Performances: Es war ein enormes, kaum zu schaffendes Angebot von öffentlichen Einrichtungen wie Museen und Sammlungen, Vereinen wie Kunstverein Blaue Linse, Galerien und Privat- und Geschäftsleuten:

n „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!“ - Peng! sauste der Hammer nieder, und wieder war ein Bild verkauft. Viel Betrieb herrschte bei der Versteigerung von Kunstwerken im Sitzungssaal der Marburger Stadtverordnetenversammlung. Gemurmel, Hektik, Spannung. Hans Gottlob Rühle, ehemaliger Direktor des Arbeitsgerichts Marburg, leitete die Auktion, und er schien ganz in seinem Element. „Mit diesem Bild machen Sie sicher ein Schnäppchen!“ rief er in die Menge. Oder: „Bei dem Preis kann man nicht meckern. Da ist ja schon der Rahmen mehr wert!“ Immer wieder Degab es Gelächter und Szenenapplaus für Rühle. Mit seinen lockeren Sprüchen animierte er die zahlreich erschienen Gäste, höher und höher zu bieten. Nur eines war gefährlich: Freunden und Bekannten zuzuwinken.

27 Künstlerinnen und Künstler aus der Region hatten die Kunstwerke gespendet, der Erlös aus der Versteigerung ging an die Organisation Zastra, einem Finanzierungsnetzwerk für Mädchen- und Frauenprojekte in Marburg.

n Malen nach Zahlen, nein, malen nach Musik war das Motto einer Kunstaktion in der Jazzkneipe Cavete. Niklas Gerber, Schüler aus Marburg, spielte Saxophon, Jonas Siepmann, Student aus Berlin, griff in die Tasten seines Klaviers. Die beiden präsentierten einen Mix aus Neuer Musik und Free Jazz: Frank Liers, Besitzer der Cavete, malte dazu mit Acrylfarben auf Leinwand, auch er ganz frei und völlig losgelöst. „Es geht mir darum, dass die Künste sich gegenseitig inspirieren“, erklärte Liers. Den Zuschauern hat‘s gefallen.

n Viele Kunstfreunde tummelten sich auch in Zwischenhausen, wo das Atelier „Zwischen den Häusern“ eine Open-Air-Aktion startete. Begleitet von der Band „mit mi(h)r“, konnten die Besucher aus neun großen, bemalten Würfeln immer wieder neue Bilder zusammensetzen. „Zusammengewürfelt“ hieß die Ausstellung in den Räumen des Ateliers. Künstlerinnen und Künstler der Werkstatt Radenhausen hatten zu diesem Thema gearbeitet. Die Künstlerin Ursula Eske wiederum hatte im Gewölbekeller eine faszinierende Lichtinstallation aufgebaut. Mit Leuchtstäben schuf sie verschieden große Würfel, die im Schwarzlicht geheimnisvoll leuchteten.

n Schon zur Eröffnung um 18 Uhr war das Universitätsmuseum gut besucht: Im wegen der Sanierung leergeräumten Erdgeschoss stellten rund 20 Marburger Studierende - Erstsemester, die unter dem Titel ARTeFAKT ihre ersten Kunsterfahrungen machen, ebenso wie Masterstudenten des Studiengangs Bildende Kunst, die im übrigen auch ihre Ateliers in der Rudolf-Bultmann-Straße geöffnet hatten. Bis in die Nacht hinein war das Museum ein Besuchermagnet zumal es noch Live-Musik gab: Das Haus war noch bis gestern geöffnet für das von Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck und der Kunsthistorikern Professorin Sigrid Hofer unterstützte Studierendenprojekt von Ann-Kathrin Wlach und Christian Guth.

n Für gute Laune in der Alten Mensa sorgten der musikalische Tausendsassa Jean Kleeb und sein Alte Mensa Chor zur Ausstellung von Ulrike Krappen und Dorothea Winter. Am Abend fand kurz nach 22 Uhr eine Malaktion statt: Der Grafiker Mehrdad Zaeri illustrierte live eine Geschichte der Marburger Ulrike Krappen: Allerdings war der Ausstellungsraum während dieser Aktion für „Kunst-Laufkundschaft“ geschlossen : Wer es nicht rechtzeitig geschafft hatte, musste weiterziehen.

n Auswahl allerdings gab es genug: Führungen und Theaterszenen zur Mythologie der alten Griechen etwa im Archäologischen Seminar, Musik und Gedichte von Dr. Klaus Neuhaus und Jutta Blackkolb zu Kunst von Iris Kramer in der Anwaltskanzlei Preusse & Kollegen, Mitmachaktionen im Haus der Romantik und im Kunstverein, Porträtmalerei in der GeWo-Galerie oder einen Blick auf die Astronomie des 19. Jahrhunderts in der eigens geöffneten Sternwarte der Philipps-Universität. Und wer ganz viel Zeit hatte, konnte sich in die Schlange vor dem Schlauchturm der Feuerwehr Marburg-Mitte einreihen, wo Hans Schohl seine filigranen Himmelsobjekte zeigte.

von Bettina Preussner und Uwe Badouin

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