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Kunst und Musik helfen der Asylbegleitung Mittelhessen

Künstlergemeinschaft Werkstatt Radenhausen Kunst und Musik helfen der Asylbegleitung Mittelhessen

Seit 1998 stellen die Künstler und Künstlerinnen der Werkstatt Radenhausen auf dem gleichnamigen Hofgut am Fuß der Amöneburg jährlich Arbeiten zu einem bestimmten Thema der Öffentlichkeit vor. 

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in die Sommerferien

Die heimische Band „Red Booze“ gab ein Benefizkonzert  beim Sommerfest der Werkstatt Radenhausen.

Quelle: Michael Hahn

Amöneburg. Am Wochenende wurde im Rahmen einer Benefizveranstaltung mit anschließendem Konzert der Rock- und Blues-Band „Red Booze“ die Ausstellung „vertont“ gezeigt. Der gesamte Erlös des Konzertes und die Einnahmen der Ausstellung kommen der Asylbegleitung Mittelhessen zugute.

Die Künstlerin Birgit Schäfer-Biver stellte in ihrer Eröffnungsrede fest, dass nicht nur die Musiker von „Red Booze“ mit Tönen arbeiten, sondern auch die Kunst, die ausgestellt wurde. Burgi Scheiblechner zeige in „Zerfetzte Tänze“ Menschen als isolierte Wesen, deren Körper unvollständig, segmentiert auf Folien abgebildet sind, erklärte Schäfer-Biver.

„Eine Hommage an die gute alte Kassette“ nannte sie „Mix tape – on air“ von Künstlerin Ursula Eske, die Bänder sacht wehen lasse, die schon längst von der technischen Entwicklung überholt worden seien.

Fabelwesen treiben musikalischen Unfug

Gerda Waha habe zwei Songs der Rolling Stones als Inspiration genommen, um eine „Beziehung von Malerei und Musik herzustellen.“ Textstellen aus den Songs hätten dabei als Namensgeber für die Arbeiten gedient, so Schäfer-Biver.
Tanzen als kulturelle Begegnungsform sei der Mittelpunkt der Arbeiten Margarete Trümners, deren „zarte Figuren wie flüchtige, anonyme Metaphern, hervorgeholt aus einer anderen Zeit, wirken“, fuhr sie fort.

In sechs Leporellos visualisiere Liesel Haber rhythmische Prozesse, beschrieb Schäfer-Biver. Töne und Bewegungen würden über die Seiten schwingen und Fabel- und Zauberwesen „froh ihren poetischen und musikalischen Unfug treiben“. Die Farbe  in „nuancierten Abstufungen“ sei der Mittelpunkt der Bilder Liese Kruschwitz‘, das Rot stehe dabei „gleichermaßen als Signal für Gefahr wie für die Kraft der Liebe“.

„Die Versinnbildlichung des menschlichen Handelns in unserer Zeit“ sah Schäfer-Biver in den hängenden Bildern Klaus Schlossers, die den Namen „Sie tanzen und hängen am seidenen Faden“ trugen.

Die „Totenglocken“ von Antonia Mösko strahlen nach Ansicht der Referentin „in ihrer Reduziertheit eine eindringliche, große Kraft aus“. Sie seien allen Menschen gewidmet, denen das Meer zum Grab geworden sei.
Hans Schohl zeigte drei kinetische Arbeiten, die Bezug nehmen auf Prokofjews Kinderoper „Peter und der Wolf“ und Bizets „Carmen“. Sie erinnerten Schäfer-Biver an „lebendige Scherenschnitte“, in denen Figuren wie Räderwerke agieren.

von Michael Hahn

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