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Kunst braucht Raum - und Geld

Museum Kunst braucht Raum - und Geld

Rund um das Universitätsmuseum in der Biegenstraße ist schon alles Baustelle. Doch auch das Innere des 86 Jahre alten Baus muss saniert werden. Zur Finanzierung hat die Universität die Spendenkampagne „Kunst braucht Raum gestartet.

Marburg. Der Hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer erläuterte die bereits begonnen Maßnahmen zur Bauunterhaltung, die von der hessischen Landesregierung mit insgesamt über sechs Millionen Euro getragen werden. An der Innensanierung wird sie sich jedoch nicht beteiligen.

Dabei ist allerhand in Planung: Im ersten Bauabschnitt bis 2015 sollen die Museumsräume im Erdgeschoss und Obergeschoss, sowie das Depot und die Werkstatt saniert werden. Die Baukosten dafür belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro. Die Hälfte davon muss die Universität aus Spenden finanzieren, 1,25 Millionen Euro werden bereits aus zweckgebundenen Spenden und Nachlässen aufgebracht.

Universitätsmuseum wird Kunstmuseum Marburg

Das Ernst-von-Hülsen-Haus, in dem sich das Museum befindet, wurde 1927 zur 400-Jahr-Feier der Universität eingeweiht. Von alten Meistern über klassische Moderne bis zur Kunst der Gegenwart beherbergt das Museum ein weites Spektrum an Ausstellungsstücken. Mit der Sammlung der Marburger Unternehmerin Hilde Eitel soll die Lücke zur internationalen Avantgarde geschlossen werden.

Jedoch sieht man an vielen Stellen den Sanierungsbedarf. Gerade in den 1950er- bis 1970er-Jahren wurde wenig auf den Erhalt der Architektur des Baus mit seinen neoklassizistischen und Art Déco-Elementen gelegt. „Das Haus ist 86 Jahre alt. Wir entdecken viele Kinderkrankheiten, aber auch die Ursprünge der Konzeption“, erklärte Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck. Raufasertapeten, vermauerte Türen oder eine Alarmanlage, die schrankartig in der Wand hängt, passen weder zur Architektur des Gebäudes noch sind die zeitgemäß.

Bereits vor einigen Jahren war eine Renovierung geplant worden, um auch die Sammlung Eitel integrieren zu können. Aus dem damaligen Architektenwettbewerb heraus wurde ein Anbau im Innenhof geplant. Dieser wurde jedoch nicht verwirklicht, da man auch den restlichen Bau hätte sanieren müssen, die Mittel dazu zu dem Zeitpunkt aber nicht zur Verfügung standen. Eine Entscheidung, die mit dem heutigen Blick auf das Gebäude und seine Konzeption die richtige war, so die Präsidentin der Philipps-Universität Prof. Dr. Katharina Krause.

Ein Hauptaugenmerk liegt bei der Sanierung auf dem barrierefreien Zugang. So soll eine Rampe vom Süden zum Eingang führen und ein Aufzug alle Museumsetagen zugänglich machen, erklärte Krause.

Auch allgemein will sich das Museum mehr nach außen öffnen. Ein erster Schritt ist die Umbenennung des Universitätsmuseums in Kunstmuseum Marburg. Das neue Logo lässt dabei typische Elemente aus der Architektur des Hülsenhauses wiedererkennen. Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck wünscht sich lichtdurchflutete Räume für das Museum im Herzen der Stadt, in denen Kunst nicht nur schweigend präsent sei, sondern nach museumspädagogischen Gesichtspunkten vermittelt werde. Dazu sei geplant, die ursprünglichen Rundgänge wieder herzustellen.

Eine mögliche Art der Spende könnte eine Raumpatenschaft sein, wie sie in anderen Häusern auch üblich ist, so Krause. Dabei finanzieren Spender einzelne Räume und ihre Ausstattung. Dafür werden sie in „ihren“ Räumen namentlich genannt und geehrt. Aber auch andere Spenden seien möglich. „Uns ist jede Gabe willkommen“, bekräftigte die Unipräsidentin, die auf die Spendenbereitschaft von Unternehmen, Bürgerinnen und Bürgern sowie Sponsoring und Benefizaktionen hofft.

Schirmherrin ist Eva Kühne-Hörmann

Die Spendenkampagne wird mitgetragen von einem Kuratorium, dem Dr. Thomas Schäfer, die frühere Wissenschaftsministerin Ruth Wagner, der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel, der Landrat des Landkreises Marburg-Biedenkopf Robert Fischbach, die Unternehmer Peter Ahrens, Ullrich Eitel, Horst Piringer und Dr. Martin Viessmann sowie die Universitätspräsidentin angehören. Maßgeblich unterstützt wird die Kampagne vom Verein der Freunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte. Kunst- und Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann hat die Schirmherrschaft übernommen.

Von Mareike Bader

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