Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Kunst, Musik und Performances für Nacht-Schwärmer

12. Nacht der Kunst in Marburg Kunst, Musik und Performances für Nacht-Schwärmer

Zum 12. Mal findet am Freitag, 21. Juni, in Marburger die „Nacht der Kunst“ statt. Von 18 bis 24 Uhr gibt es zahlreiche spannende Ausstellungen und Aktionen in unterschiedlichsten Formaten.

Marburg. Das Marburger Universitätsmuseum in der Biegenstraße ist gerade verhüllt - fast wie ein Kunstwerk von Christo. Am Freitag öffnet das wegen der bevorstehenden Sanierung komplett leergeräumte Haus das Untergeschoss für die Kunstaktion „ARTeFAKT - Perspektiven auf die Gegenwart“: Die beiden Studierenden Ann-Kathrin Wlach (Kunstgeschichte) und Christian Guth (Kunst, Musik und Medien) haben als Kuratoren 20 Künstler ausgewählt, deren Arbeiten sie im Untergeschoss präsentieren. Zu sehen sein werden Werke unterschiedlicher Genres vor allem von Marburger Studierenden: Unterstützt vom Direktor des Universitätsmuseums und der Kunsthistorikerin Professor Sigrid Hofer sehen die beiden Kuratoren in der Ausstellung eine „seltene Chance, junge und experimentelle Perspektiven der zeitgenössischen Kunst zu präsentieren“ - und das in einem musealen Rahmen.

Zur Eröffnung reist die Band „KAMERA“ an, ein Projekt von Studierenden aus Karlsruhe. Die Ausstellung ist auch am Samstag, 22. Juni, und am Sonntag, 23. Juni, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet - die Künstler stehen am Sonntag für Gespräche bereit; zudem ist eine Podiumsdiskussion mit Professorin Hofer, den Kuratoren und Künstlern geplant. Museumsdirektor Otterbeck meint: „Es ist schön, dass wir so kurz vor der Sanierung die Chance haben, Experimente zu wagen.“

Nur wenige Steinwürfe entfernt präsentiert sich auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Mitte ein ganz neuer Kunstort: Der in Anzefahr lebende Künstler Hans Schohl hat im sogenannten Schlauchturm seine „Himmelsmechanik“ in die Höhe wachsen lassen. 12 seiner filigranen kinetischen Objekte hat er mit Hilfe von Feuerwehrleuten in teils schwindelnder Höhe angebracht. Nur 20 Personen dürfen bei der Nacht der Kunst gleichzeitig in den Turm und die steilen Treppen ersteigen, um das Spiel von Licht und Schatten zu bewundern: Denn Schohl, der im Herbst wieder zur Kunstbiennale ins japanische Kobe eingeladen wurde, begreift Schatten als malerisches, gestalterisches Element seiner Kunst.

Von Schohls „Himmelsmechanik“ sind es einige Meter zu einem Ort, in dem früher die echte Himmelsmechanik beobachtet wurde: Die Sternwarte der Philipps-Universität am Renthof wird eigens für die Nacht der Kunst geöffnet.

Auf dem „Kunstparcours“ zwischen Güterbahnhof 12 (am Bahnhof) und Atelier für Ausdrucksmalen in der Schwanallee, dem Institut für Bildende Kunst in der Rudolf-Bultmann-Straße und der LOG in der Ketzerbach gibt es jede Menge zu entdecken: Im Stadtverordnetensitzungssaal wird ab 20 Uhr Kunst versteigert. Wenige Meter entfernt in der Alten Mensa (Reitgasse 11) stellen Ulrike Krappen und Dorothea Winter aus, ab 22 Uhr illustriert Mehrdad Zaeri live eine Geschichte. Im Atelier „Zwischen den Häusern“ gibt es „Zusammengewürfeltes“ der Werkstatt Radenhausen, in der Galerie Schmalfuß eine Lichtinstallation und in der Cavete eine Musik-Malerei-Literatur-Performance.

Und wer es klassisch mag, der sollte einen Blick in die Antiken- und in die Abguss-Sammlungen des Archäologischen Seminars werfen: Dort geht es auch theatralisch um „Intrigen, Begierde, Gewalt“ - willkommen in der Mythologie der Griechen und Römer. Und im Kunstverein gibt es Mitmachangebote und Filme von der Blauen Linse und dem Verein FrauenKunstGeschichte.

Die OP gibt in der Ausgabe vom 21. Juni einen ganzseitigen Überblick über das Programm.

von Uwe Badouin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr