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„Ungehobene kulturelle Schätze“

Kulturkonferenz des Landkreises „Ungehobene kulturelle Schätze“

Die Forderung, Kultur als Pflichtaufgabe ins Grundgesetz aufzunehmen, wird der Landkreis nicht umsetzen können. Aber die 75 Teilnehmer erarbeiteten eine Vielzahl lokal realisierbarer Vorschläge.

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Bei der Kulturkonferenz des Landkreises informierten sich Teilnehmer in kleineren Gruppen über Kulturprojekte wie den Verein BIDkultur aus Biedenkopf.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. „Es war eine gelungene Veranstaltung. Die Teilnehmer waren begeistert dabei. Es ist toll, was im Landkreis an Kultur vorhanden ist. Ich glaube, dieser Umfang und die Vielfalt der Aktivitäten sind nicht nur mir, sondern den meisten Teilnehmern erst durch die Kulturkonferenz bewusst geworden. Auch die Initiativen, die sich selbst vorstellen konnten, eröffneten den Weitblick“, so lautete das Fazit von Waltraud Mechsner-Spangenberg.

Die Malerin vom Atelier Cölber Mühle fand aber auch, es bestehe ein hoher Bedarf an Austausch, um das 
alles zu erhalten, es gebe noch viele ungehobene Schätze zu entdecken. So sei es beispielsweise gut, wissenschaftliche Arbeit wie die des Sprachatlas der Philipps-Universität mit Kulturarbeit vor Ort, die sich mit dem Erhalt von Mundart beschäftigt, zu verbinden.

75 Teilnehmer aus unterschiedlichen Kulturbereichen aus dem ganzen Landkreis nahmen im Landratsamt an der fünfstündigen Kulturkonferenz teil, die vom Kreistagsvorsitzenden Detlef Ruffert eröffnet wurde. Damit werde „der Prozess zur Erstellung neuer kulturpolitischer Leitlinien des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Gang gesetzt“, freute sich Dr. Markus Morr, Fachdienstleiter Presse- und Kulturarbeit, der die Veranstaltung moderierte. Ziel ist es, bis Ende des Jahres diese neuen Leitlinien über die Kreisgremien zu beschließen.

Eines der Ergebnisse ist: Die Teilnehmer wollen mehr über die vielfältigen Kulturangebote 
auf Kreisebene erfahren und wünschen eine weitergehende 
 Vernetzung über das eigene Genre hinaus.

Ergebnisse im Internet einsehbar

Nach kurzer Einführung hatten die Teilnehmer in Gruppenarbeit aus ihrer Sicht Stärken und Schwächen, Perspektiven und Risiken der Kulturarbeit im Landkreis erarbeitet und die Ergebnisse im Plenum diskutiert. Außerdem hatten sie die Möglichkeit, sich über sieben aktuelle Kulturprojekte zu informieren.

Dazu gehörten das Kinder- und Jugendtheaterfestival des Hessischen Landestheaters Marburg mit fast 100 Workshops an den Schulen im Landkreis, das 2018 zum 23. Mal stattfinden wird und in dieser Form ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland hat; weiter gehörten dazu die zurzeit in Planung befindliche Route der Arbeits- und Industriekultur im Landkreis, das Dorfarchiv Ebsdorf, der Verein BIDkultur in Biedenkopf, die Rauschenale, die Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land und der Verein Schreibwerkstatt Marburg.

Die Ergebnisse der Kulturkonferenz und eines weiteren Workshops mit der Politik werden ab Juli im Bürgerbeteiligungsportal des Landkreises Marburg-Biedenkopf unter www.mein-
marburg-biedenkopf.de veröffentlicht und können dort 
online diskutiert werden.

Am 20. September findet im Landratsamt eine öffentliche Leitlinienkonferenz statt. Deren Ergebnisse werden ebenfalls auf der Beteiligungsplattform eingestellt und schließlich als Leitlinien für die Kulturpolitik in die politischen Gremien eingebracht.

von Manfred Schubert

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