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Kultur im Zeichen Norwegens

Marburger Schlossfestspiele Kultur im Zeichen Norwegens

Edvard Griegs „Peer Gynt“ als Musiktheater und die Uraufführung der Kinderoper „Das Schlossgespenst und der listige Bergtroll“ stehen vom 17. bis 26. Juli auf dem Programm der Marburger Schlossfestspiele.

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Das Team der Schlossfestspiele Marburg: Markus Treier (Öffentlichkeitsarbeit, von links), Geschäftsführerin Kerstin Weiß und die künstlerische Leiterin Enke Eisenberg.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Geschäftsführerin Kerstin Weiß und die künstlerischen Leiterin Enke Eisenberg sind mit großem persönlichen Einsatz dabei, ein neues Kulturformat in Marburg zu etablieren: Opernfestspiele. Bemerkenswert: Das Ganze gelingt in überschaubarem Rahmen ganz ohne Opernhaus und ist dennoch hoch professionell. Gegründet haben sie dafür den Verein „musica europa“, der als Veranstalter auftritt.

Ursprünglich haben die Marburger Theater- und Opernregisseurin Kerstin Weiß und Enke Eisenberg, langjährige künstlerische Leiterin der Oper Köln, von großen Aufführungen etwa auf der Freilichtbühne im Schlosspark geträumt. Dafür reichten die Etats bei weitem nicht, für kleinere, intime Aufführungen im Fürstensaal und für eine Kinderoper dagegen schon.

Vom 17. bis 26. Juli finden die inzwischen vierten Schlossfestspiele Marburg statt. Wieder sind sie einem Land gewidmet: Nach Slowenien, Spanien und England ist nun Norwegen an der Reihe. Dort gibt es einen großen Komponisten und ein herausragendes Werk: Die Schlossfestspiele wagen sich an Griegs romantische Schauspielmusik, die er zu Henrik Ibsens Meisterwerk „Peer Gynt“ komponiert hat. „Wir nutzen die Original-Schauspielmusik in einer besonderen Fassung mit E-Gitarre, Klavier, Cello und Saxofon“, sagt Enke Eisenberg, die den Klassiker in einer eigens für den Fürstensaal konzipierten Fassung inszenieren wird.

Proben laufen in Amönau

Sechs Sänger, vier Musiker sowie Tänzer werden die Geschichte über einen erwachsenen Muttersohn, der sich in eine Fantasiewelt flüchtet, auf die Bühne bringen. „Wir präsentieren ,Peer Gynt‘ in einem Format, das im Fürstensaal funktioniert und fokussieren auf das Verhältnis von Peer zu den Frauen“, sagt Eisenberg. Das international zusammengesetzte Ensemble steht in weiten Teilen, wie in den vergangenen Jahren haben die Veranstalter junge Opernsängerinnen und -sänger gewinnen können.

Die zentrale Rolle der Solveijg wird mit einer norwegischen Sängerin besetzt. Geprobt wird wieder in Amönau, wo dem Team das Bürgerhaus zur Verfügung gestellt wird. „Peer Gynt“ hat am 17. Juli um 20 Uhr Premiere und wird bis zum 25. Juli insgesamt fünf Mal aufgeführt.

Eine weitere Besonderheit der Schlossfestspiele ist die Kinderoper. Erfunden haben die Organisatoren das Schlossgespenst Elsbeth. In der inzwischen vierten Produktion feiert Elsbeth seinen 772. Geburtstag und erwartet ihren Freund Dr. Ohrwurm. Allerdings erscheint ein norwegischer Bergtroll – und der hat etwas zu verbergen. Den Text zur Kinderoper hat Enke Eisenberg geschrieben, die Musik wird von der jungen Norwegerin Trine Franksdatter komponiert. Inszeniert wird das Stück von der Gießenerin Suse Pfister, für die Ausstattung zeichnet Thurid Goertz verantwortlich.

Die Uraufführung ist am Samstag, 18. Juli, um 15 Uhr. Bis zum 26. Juli stehen zehn Aufführungen auf dem Programm. Die Besucherzahl ist aufgrund der großen Nähe zu den fünf Darstellern auf 30 Besucher beschränkt, denn wie in den vergangenen Jahren begleiten die kleinen Besucher das Schlossgespenst auf ihrem musikalischen Abenteuer durch das alte Gemäuer bis in die Kasematten.

Kooperation mit Kunstinstitut

Das Kunst-Konzert mit dem Titel „Nordlicht“ am Samstag, 18. Juli, um 20 Uhr im Fürstensaal rundet das Programm ab. Die Sopranistin Nadine Balbeisi und das Marburger Duo Südwegen mit Sven Demandt und Jean Kleeb stellen norwegischer Musik von Edvard Grieg und Knut Nystedt afro-brasilianische und arabische Rhythmen gegenüber. Uraufgeführt werden Jean Kleebs „Norwegen Fantasien“.

Das Programm von Nordlicht beschränkt sich jedoch nicht auf Musik: Eingebunden sind Studierende des Instituts für Bildende Kunst der Philipps-Universität, die audio-visuelle Kunstwerke präsentieren werden. „Wir kooperieren bei diesem Konzert erstmals mit dem Institut für Bildende Kunst“, erklärt Markus Treier von „musica europa“.

30.000 Euro erhalten die Veranstalter von der Stadt Marburg – das ist nach Auskunft der Geschäftsführerin Kerstin Weiß, die seit dieser Spielzeit Mitglied der Intendanz des Stadttheaters Bielefeld ist, etwa die Hälfte des Gesamtetats. Weitere Mittel kommen von Sponsoren. Den Rest müssen die Veranstalter über die Eintrittsgelder erwirtschaften.

  • Der Vorverkauf für die Schlossfestspiele hat begonnen. Karten gibt es unter anderem bei Marburg Tourismus am Pilgrimstein und in den Geschäftsstellen der Oberhessischen Presse im Schlossberg-Center und im Franz-Tuczek-Weg 1. Weitere Infos unter: www.musicaeuropa.de.

von Uwe Badouin

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