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Kugelhagel bei den „langen Hessen“

Kulturrätsel Kugelhagel bei den „langen Hessen“

Unser drittes Rätsel zeigte das Detail einer reich geschmückten Grabplatte, die sich außen an der Martinskirche von Marburg-Michelbach befindet.

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Hier fuhr 1762 eine Kugel ins Gebälk – und dem Hauswirt sicher der Schreck in die Knochen!

Quelle: Dr. Justus Noll

Marburg. Die richtige Lösung wussten unter anderem Werner Seibel aus Rauschenberg, Wilhelm Engel aus Halsdorf und Dr. Alfred Schneider aus Amöneburg. An die drei Gewinner gehen Buchpreise.

An der Michelbacher Kirche wurde aber kein Fürst oder Ritter geehrt, sondern ein „Prediger und Seelenhirt der Gemeinde zu Michelbach“, der „wohlehrenwürdige, großachtbahre und wohlgelahrte“ Philipp Heinrich Heinemann. Er hatte ein trauriges Familienleben. Denn der Stein erzählt auch von seinen beiden Söhnen, die hier begraben liegen und beide sehr jung starben.

Der erste wurde kein Jahr alt, der zweite lebte keine drei Jahre. Heinemann wurde erst mit fast 40 Jahren Vater und starb kurz vor seinem 54. Geburtstag. Im Innern der Kirche finden sich weitere, laut Gall-Dehio-Handbuch „teilweise gut gearbeitete“ Grabsteine für Michelbacher Pfarrer aus den Jahren 1627, 1744 und 1771.

Die Michelbacher Kirche ist rund ein halbes Jahrhundert älter als die Marburger Elisabethkirche. Sie wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut als einheitliche spätromanische Chorturmanlage. Malereien aus dieser Zeit wurden 1963 freigelegt, und auch eine Weihwasserstein-Säule ist romanisch.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Freitagsausgabe der OP.

von Dr. Justus Noll

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