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Küsse für Fans, Ovationen für die Band

Beady Belle im KFZ Küsse für Fans, Ovationen für die Band

Die Ankündigung des KFZ lobt die norwegische Band „Beady Belle“ in höchsten Tönen, Sängerin Beate Lech habe eine „honigsüße Stimme“ und eine „unglaubliche Präsenz“. Ob Lech dem gerecht wird? Nach dem Konzert steht fest: Ja..

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Hochhackige Schuhe, enge Leggins, Irokesenschnitt und eine honigsüße Stimme – Beate Lech von „Beady Belle“.Foto: Altmüller

Marburg. Beate Lech ist eine Erscheinung, allein optisch. Sie trägt eine hautenge knallgrüne Leggins im Stil einer Trainingshose, schwindelnd hohe Absätze, eine Kette mit Ringen so groß wie Armreifen und einen Irokesenschnitt. Und dann ihre Bühnenpräsenz. Während sie singt, sieht sie die Zuschauer an, wenn sie lächelt, funkeln ihre Augen. Selbst für ihren Tanz bekommt sie Szenenapplaus.

Aber was wäre all das ohne ihre Stimme. Wie ein Fluss von süßem Honig klingt ihr Gesang, ohne dass man je ein Luftholen hören würde. Nach dem Song „So Far So Good“, in dem es darum geht, das Leben zu feiern, macht eine Zuschauerin in der ersten Reihe „Mmmh“, so als hätte sie den Honig geschmeckt.

Zum ersten Mal tritt die norwegische Band in Marburg auf, mit ihrem sechsten Album sind sie auf Tour. Schlagzeuger Erik Holm, Bassist Marius Reksjø, die Keyboarder David Wallumrød und Jørn Øie und Sängerin Beate Lech bringen eine große stilistische Vielfalt auf die Bühne.

Der Song „Never Mind“ klingt nach Blues, „My name on the world“ hört sich anfangs keltisch an, hat dann tranceartige Klangteppiche und wirkt wie viele der Kompositionen minimalistisch. Dabei haben die meisten Stücke einen harten Beat und eine Menge Drive. In „Saved“ klingt Lechs Stimme mal nach Soul, mal nach Rap.

So begibt sie sich gewandt in die unterschiedlichsten Stimmungen, sie ist souverän, facettenreich und ausdrucksstark wie eine Schauspielerin. Und so entstammen die Geschichten, über die sie singt, auch nicht ihrem eigenen Erleben, sondern einem Buch: „Alle Texte unseres neuen Albums ,Cricklewood Broadway‘ basieren auf ,Zähne zeigen‘ von Zadie Smith. Es geht um extreme Dinge, Kidnapping, Vergewaltigung, Krieg, Untreue, Erdbeben“, erklärt sie und singt in „Every Moment“ über eine Frau, die sexuell belästigt wird. In dem Lied heißt es, dass sich jeder Moment zweimal ereignet, im Innen und im Außen, weshalb es zwei verschiedene Geschichten gebe.

Die Musiker, die die Sängerin begleiten, wirken sehr für sich. Sie haben die Augen oft geschlossen, selbst der Schlagzeuger.

Als Beate Lech den letzten Song ankündigt, geht ein enttäuschtes „Ooooh“ durch die Zuschauerreihen. Nach der ersten Zugabe, verlangt das Publikum nach einer Zweiten. Die Männer kommen grinsend zurück auf die Bühne. Beate Lech läuft auf ihren Platz, hopst und breitet die Arme aus, wie um zu sagen „Hier bin ich!“. Lachen, Applaus und Jubeln im Zuschauerraum. Zum Abschied gibt es für Beady Belle Standing Ovations und Handküsse für das Publikum.

von Freya Altmüller

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