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Künstler erinnern mit Witz an Legende

Ausstellung „Lichtenberg reloaded“ im Kunstverein Künstler erinnern mit Witz an Legende

Federleichte Aphorismen und hintersinnige Karikaturen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung im Kunstverein, die sich mit dem Philosophen Lichtenberg beschäftigt. Die 
Besucher der Vernissage waren begeistert.

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Gruppenbild mit Lichtenberg-Büste: Rupert Eichler (von links), Klaus Hübner, Peter Tuma, Rainer Ehrt, Marion Vina, Siegfried Böttcher, Kurator WP Fahrenberg und die Malerin Susannah Martin bei der Ausstellungseröffnung.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. „Sie müssen jetzt sehr, sehr tapfer sein“, erklärte WP Fahrenberg bei der bestens besuchten Eröffnung der Schau am Freitagabend. „Lichtenberg ist tot. Wie kann das sein? So frisch, unverbraucht und aktuell ist das, was er schrieb.“

Im Jahre 1799 ist der Philosoph, Physiker und Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg gestorben. Er war ein Zeitgenosse Goethes und schon zu Lebzeiten hoch angesehen und berühmt. „Goethe verehrt man, mit Lichtenberg lebt man“, hob Fahrenberg hervor.

Viele Künstler der Gegenwart haben sich mit Lichtenberg beschäftigt und ließen sich von ihm inspirieren. Horst Jansen etwa, von dem etliche Bilder in der Ausstellung zu sehen sind, hat sich bis zu seinem Tod mit Leben und Werk des Philosophen auseinandergesetzt. Der Dichter und Karikaturist Robert Gernhardt hat Lichtenberg weiter und neu gedacht, ebenso Rainer Ehrt, „einer der wichtigsten Zeichner unserer Zeit“, wie Fahrenberg ausführte.

Vielfältige Ausstellung

Auch die Künstlerinnen und Künstler der neueren Generation wie Marion Vina, Siegfried Böttcher und Susannah Martin ließen sich auf Lichtenberg ein und fanden einen ganz neuen Zugang zu ihm. Von Gemälden über Zeichnungen bis hin zu Computerdrucken und Fotoinstallationen ist in der Schau im Kunstverein alles vertreten.

Insgesamt besticht die Ausstellung durch ihre unglaubliche Vielfältigkeit. Gezeigt werden Kunstwerke, die sich mit den witzigen, locker-leichten und dennoch tiefgründigen Aphorismen Lichtenbergs beschäftigen. Andere Arbeiten befassen sich mit dem Leben des berühmten Denkers, der kleinwüchsig und mit zwei Buckeln auf die Welt kam. Wieder andere setzen sich mit der Zeit auseinander, in der Lichtenberg lebte.

„Man muss mehrmals herkommen, um alles zu sehen“, erklärte Besucher Uli Severing aus Marburg begeistert. „Ich find‘s super“, sagte Maria Pohland: „Die Marburger Ausstellungen zu Karikaturen waren Wegbereiter dafür, dass Karikaturen als Kunstwerke anerkannt wurden.“ Ingrid Kaftan aus Cölbe meinte: „Ich finde die Ausstellung sehr gut. Sie ist so erheiternd, und gleichzeitig macht sie auch nachdenklich.“

Die Schau „Lichtenberg reloaded“ ist noch bis zum 19. November 2015 zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag bis Sonntag 11 – 17 Uhr, Mittwoch 11 – 20 Uhr.

von Bettina Preussner

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