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Krimi-Lesung wird zur Comedy-Show

Lesung Krimi-Lesung wird zur Comedy-Show

Seinen Krimi „Tote Hunde beißen nicht“ stellte Dietrich Faber in der ausverkauften Waggonhalle vor. Was als „Show zum Buch“ deklariert wird, stellt sich als eine Mischung aus Konzert, Lesung und jeder Menge Comedy heraus.

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Dietrich Faber machte aus seiner Lesung eine furiose Show. Foto: Caroline Stockmann

Marburg. Nach den Vorgängerromanen „Toter geht‘s nicht“ und „Der Tod macht Schule“ präsentierte Dietrich Faber, gebürtiger Mittelhesse und bekannt durch das Comedy-Duo „FaberhaftGuth“, nun den dritten Fall für Kommissar Bröhmann.

Dietrich Fabers Show war allerdings keineswegs eine Lesung im herkömmlichen Sinne. Mit schauspielerischem Talent, einem Gespür für Situationskomik und musikalischem Geschick gelang es dem Allroundtalent, den Inhalt seines Buches auf sehr lebhafte Art und Weise auf die Bühne zu bringen. So kamen nicht nur die Fans seiner Bücher auf ihre Kosten. Auch das Publikum, das die Romane zuvor nicht gelesen hatte, wurde mitgerissen.

Ob Kommissar Bröhmann höchstpersönlich oder dessen pubertierende 16-jährige Tochter Melina - Dietrich Faber scheute nicht davor zurück, in jeden Charakter seines Romans zu schlüpfen und diesen mit viel Authentizität lebendig zu machen.

So wird eine Zugfahrt von Bad Salzhausen nach Berlin zu einem einzigartigen Erlebnis. Auf diese hat sich Familie Bröhmann samt ihrer Hunde begeben, um der Beerdigung eines alten Kollegen von Bröhmanns Vater, dem ehemaligen Polizeipräsidenten, beizuwohnen. Ausgerechnet am Grab wird auf die Trauergesellschaft geschossen. Und die Schüsse verfehlen nur knapp Bröhmanns Vater. Zusammen mit seiner Frau verlässt dieser daraufhin Berlin sofort. Zu Hause angekommen erwartet Bröhmanns Eltern allerdings kein kleineres Übel: Noch am folgenden Tag verschwindet der Vater spurlos. Die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Wer vor allem auf die Kriminalhandlung in Fabers Romanen wert legt, war in der Show fehl am Platz. Viel eher gab Dietrich Faber Einblicke in die amüsanten Situationen und bizarren Figuren seines Romans. Vor allem der Charakter Manni Kreutzers, der über 50-jährige Praktikant von Henning Bröhmann, sorgte für Lachanfälle im Publikum. Denn der hat seinen Traum, Krimiautor zu werden, aufgegeben und widmet sich nun der Countrymusik. Und von dieser Musik gab Dietrich Faber dem Publikum eine Kostprobe. Zusammen mit dem Gitarristen „Dirty Harry“ (Michael Harries) schmetterte er auf Mundart urkomische Texte.

Dietrich Faber überzeugte also gleichermaßen mit der Handlung seines Romans und auch seinem Bühnentalent. Auch wenn er öfter auf Klischees zurückgreift, so kann man sich in seinen Figuren und den Situationen wiederfinden.

Am Ende seiner Show sorgte der Autor und Komiker für Freude bei seinen treuen Fans - nächsten Herbst kommt bereits der vierte Fall mit Kommissar Henning Bröhmann auf den Markt.

von Caroline Stockmann

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