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Krimi-Lesung bringt Geld für Flüchtlinge

Criminale Krimi-Lesung bringt Geld für Flüchtlinge

Krimi hoch zwei: Im Rahmen der Criminale las die Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann am Mittwoch in der Lutherischen Pfarrkirche für einen guten Zweck. Zuvor gab es noch eine launige Talkrunde zum Thema Krimis.

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Freundschaft statt Ruhm und Macht

Die in Marburg geborene Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann las in ihrer alten Heimat aus ihrem neuen Roman „Totengebet“.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Mit ganz und gar ungewöhnlichen Klängen startete Professor Martin Weyer in den Abend: Er spielte auf der Orgel virtuos die Erkennungsmelodie aus den James-Bond-Filmen.

In der anschließenden Talkrunde saßen die Landrätin Kirsten Fründt, die Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach und der Krimiautor Jörg Schmitt-Kilian auf dem Podium. Der Ehrenglauser-
Preisträger Jürgen Alberts befragte die Gäste unter anderem zu ihren Lesegewohnheiten. „Ich lese schon immer gerne 
Krimis“, antwortete Kirsten Fründt. „Meine Arbeitstage sind lang. Ein Krimi abends geht 
immer.“

Auch Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach erklärte, dass sie viele Kriminalromane lese, besonders gerne psychologische Krimis und solche im englischen Stil. Auf die Frage „Was liest die SPD?“, erklärte sie: „Wir sind ja eine große Partei. Da gehen die Geschmäcker sehr auseinander.“

Erster großer Erfolg mit „Kindermädchen“

Den Krimiautor Jörg Schmitt-Kilian, der zuvor als Drogenfahnder gearbeitet hat, fragte der Moderator, warum er jetzt Bücher schreibe. „Ich habe die Hilflosigkeit vieler Eltern von Drogensüchtigen erlebt. Ich habe mir das von der Seele geschrieben“, sagte er. Im übrigen seien viele seiner ehemaligen Kollegen Tatort-Fans, auch seine Frau und er selbst.

In der zweiten Hälfte des Abends las die in Marburg 
geborene Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann aus ihrem 
neuen Buch „Totengebet“. „Sie ist eine der renommiertesten Krimiautorinnen Deutschlands“, betonte Moderator Alberts.

Er fragte Herrmann, wie sie mit dem Schreiben angefangen habe. „Ich habe lange als Journalistin gearbeitet“, berichtete die Schriftstellerin. „Dann bin ich auf eine Geschichte gestoßen, die erzählt werden musste.“ Es ging damals um Zwangsarbeit in der Nazi-Zeit, und zunächst wollte niemand das Manuskript veröffentlichen. Aber der Kriminalroman „Das Kindermädchen“ wurde dann doch ihr erster großer Erfolg.

Herrmanns jüngster Roman „Totengebet“ spielt viel in Israel. Als junge Frau habe sie selbst in Israel in einem Kibbuz gearbeitet, erklärte die Autorin. „Totengebet“ dreht sich um den Anwalt Vernau, der in einem Berliner Krankenhaus aufwacht und sich an nichts erinnern kann.

Spannend geschrieben, mit präziser Sprache

Dafür ist er jetzt der Held von Berlin: In einer U-Bahnstation 
hat er mutig mehrere Männer vertrieben, die einen älteren Herrn bedrängt haben. Aber für ihn bleiben viele Fragen: Wer ist die junge Frau mit dem Davidstern, die seitdem durch seine Gedanken geistert? Und warum ereignen sich wenig später in 
ihrem Umfeld diese grausamen Morde?

Bei der Lesung ließ Herrmann mit ihrer festen, klaren und dunklen Stimme den Text sehr lebendig werden. Das Buch ist spannend geschrieben, durch die präzise und treffende Sprache entstand ein klares Bild vor den Augen der Zuhörer und 
entwickelte sich fast zu einem inneren Film.

Der Erlös aus der Benefiz-
Lesung, die mit mehr als 150 Gästen gut besucht war, betrug rund 1500 Euro. Er geht an zwei Marburger Projekte: Einmal an „Crossover-Cooking“, das sich um unbegleitete Flüchtlinge kümmert, und außerdem an die musikalisch-pantomimische Theaterinitiative „Fliehkräfte“ für Flüchtlinge, die im Landkreis Marburg-Biedenkopf eine neue Heimat gefunden haben.

von Bettina Preussner

Horst Posch (von links) bekam in der Tanzschule Henseling Besuch von seinen Kolleginnen: Christina Bacher, Christiane Dieckerhoff und Regina Schleheck schauten am Montag nach ihrer Lesung in der OP noch einmal beim „Tanztee in den Tod“ vorbei. Privatfoto
 
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