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Kreolische Messe in der Pfarrkirche

Konzert am Sonntag Kreolische Messe in der Pfarrkirche

1964 schuf der argentinische Komponist Ariel Ramirez (1921 - 2010) die „Misa Criolla“. Die kreolische Messe gilt bis heute als eines der bedeutendsten Werke der argentinischen geistlichen Musik. Der Gospelchor der Kurhessischen Kantorei führt die Messe unter der Leitung von Jean Kleeb am Sonntag, 11. November, ab 18 Uhr in der Pfarrkirche auf.

Marburg. Weitere Mitwirkende sind: Michael Brauer (Tenor), Diego Jascalevich (Charango), Heyson Vargas und Vicente Vargas Martinez (indianische Flöten), Johannes Treml und Knut Kramer (Gitarren), Sven Demandt (Percussion) sowie Reidar Seeling (Klavier und Cembalo). Die „Misa Criolla“ basiert auf Rhythmen der südamerikanischen Musik. Das besondere an Ramirez‘ Messe ist nach Auskunft des Chorleiters Kleeb nicht nur die Darstellung verschiedener Musikstile, sondern die geniale Verschmelzung von geistlicher Chormusik mit Folklore und populärer Musik. Sie sei ein Vorbild für viele Messen, die in den letzten Jahrzehnten entstanden.

Von 1950 bis 1954 reiste Ramirez als Pianist mit einem großen Repertoire südamerikanischer Musik durch ganz Europa, studierte die Folklore Mitteleuropas und erforschte die Ursprünge der argentinischen Musik. Er lebte eine Zeit lang in einem Kloster in Würzburg; dort begegnete er den Ordensschwestern Elisabeth und Regina Brückner, die ihm von der Zeit des Zweiten Weltkrieges erzählten: sie hatten heimlich einige Insassen eines nahe gelegenen Konzentrationslagers mit Essen versorgt.

Diese Geschichte bewegte Ramirez so tief, dass er sich entschloss ein geistliches Werk zu komponieren: „Ich fühlte, dass ich ein Werk schreiben musste, etwas Tiefes, Religiöses, das dem Leben huldigt, das alle Menschen unabhängig von ihren Glaubensrichtungen, ihrer Rasse, ihrer Hautfarbe und ihrer Herkunft betrifft“.

Das zweite große Werk des Konzerts, die „Misa por la Paz y la justicia“ (Messe für Frieden und Gerechtigkeit) stammt ebenfalls von Ramirez. In der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien komponierte Ramírez diese Messe, ein Priester hatte ihn darum gebeten. „Vielleicht kann (das Werk) einen kleinen Beitrag für mehr Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt leisten“, ist von Ramirez überliefert. Die argentinische Regierung verhinderte zuerst die Uraufführung, die dann 1982 in Buenos Aires stattfand. Die Messe ist für Tenor, Sprecher, Chor, Charango, Gitarren, E-Gitarre, Klavier (Cembalo), Orgel und Perkussion geschrieben. Beim Konzert werden Teile dieser Messe erklingen.

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