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Kräftige Natur mit leuchtenden Farben

Gabi Streile stellt im Kunstverein aus Kräftige Natur mit leuchtenden Farben

Respekt vor der Natur und viel Leidenschaft bei der Herangehensweise an ihre Kunstwerke zeigen die Arbeiten von Gabi Streile bei der aktuellen Ausstellung im Kunstverein.

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Die Künstlerin Gabi Streile freute sich bei der Vernissage über die Möglichkeit, ihre Bilder im Kunstverein an einem „idealen Ort“ ausstellen zu können.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. „Natura duce“ lautet der Name der Ausstellung im Kunstverein, ganz gemäß dem Credo der in Karlsruhe gebürtigen Künstlerin Gabi Streile
 „Natura duce optime vivitur“ – wenn die Natur Dich führt, lebst Du am besten.

Streiles enges Verhältnis zur Natur lässt sich in ihren Arbeiten schnell 
wiedererkennen, die im Kunstverein in drei Themenblöcke geteilt sind. Im Eingangsbereich sind jeweils Blumenthemen zu sehen, sowie dazugehörige 
Ölskizzen. Damit verdeutlicht Streile nicht nur das fertige Bild, sondern auch den Prozess dahin.

„Im nächsten Raum treffen wir auf Gabi Streiles Esszimmer“, erläuterte Dr. Michael 
Herrmann bei seiner Laudatio bei der Vernissage und deutete damit auf Streiles Bilder, die einzelne Stangen Spargel, Artischocken oder Fische zeigen. Hier solle unbedingt auf die Hintergrundbemalung geachtet werden, riet Herrmann.

Vielzahl 
an Grüntönen

Im Saal des Obergeschosses kommen Streiles großformatige Landschaften hervorragend zur Geltung, die mit einer Vielzahl an Grüntönen faszinieren. „Ich liebe alle Differenzierungen“, sagt Streile, die ihren Hang zur grünen Farbe auch in ihrer 
Liebe zur Natur sieht. Dabei setzt die Malerin mit der Komplementärfarbe Rot spannende 
Kontraste. „Ich wollte thematisch meine Bandbreite zeigen, aber auch zeitlich“, erzählte die Künstlerin bei der Vernissage im Gespräch mit der OP. So hängen etwa im Treppenaufgang zwei hohe Bilder mit Pappeln, die 1987 entstanden sind. Dieses Motiv der starken Senkrechte ist aber auch in ihren neueren Arbeiten in den starken Landschaften zu sehen.

Dabei fallen bei den Werken immer wieder verflossene Farben auf, denn Gabi Streile arbeitet schnell und am liebsten am Objekt. Aber auch wenn sie sich von der Farbigkeit von zwei Artischockenköpfen in ihrem Atelier inspirieren lässt. So sucht sie nicht die genaue 
Abbildung, sondern nutzt die Gegenstände als Wegweiser, um ihre eigenen Empfindungen, Konnotationen und Assoziationen auf die Leinwand zu übertragen.

Dann treffen schnelle
 Pinselstriche auf dicke Ölquasten und immer bestechen die kräftigen Farben, die in den hellen und großen Räumen des Kunstvereins leuchtend auffallen. „Man braucht nichts anderes als die Natur. Alle Themen, die ein Maler braucht oder ihn interessieren stecken eigentlich in jeder Phase eines Stückchens Ackerland. Man braucht nur ein kleines Stück und guckt 
 sich das ein Leben lang an und das reicht eigentlich schon“, lacht Streile.

Vorarbeit mit Modell 
wie eine Puppenstube

Dr. Gerhard Pätzold vom Kunstverein freute sich neben den zahlreichen Besuchern der Vernissage über „Landschaften, Malerei und Stillleben, wie wir sie schon lange nicht mehr gezeigt haben“. Dabei verriet der geschäftsführende Vorsitzende, dass der Aufbau der Ausstellung gerade mal einen Tag gedauert hätte – etwas, das es seit 2000 nicht mehr gegeben habe.

Das hängt mit der guten Vorarbeit Gabi Streiles zusammen, deren Ehemann Werner Schmidt für jede ihrer Ausstellungen vorab ein Modell entwirft. Dadurch entstand die Idee zur thematischen Gliederung. Das schaffe Klarheit im Kopf, verdeutlichte 
 die Künstlerin im Gespräch. So wurde jeder Raum zuerst für sich betrachtet und die Blickwinkel. „Da hat er richtig schöne Modelle gebaut. Das ist wie in einer Puppenstube, das macht richtig Spaß“, erzählte Streile. Nach dem Ausdruck bekomme sie dann schon ein richtiges Gefühl für die kommende Ausstellung, so Streile, die den Kunstverein sehr für die professionelle Zusammenarbeit lobte.

Auch von der Stadt mit 
ihrem fantastischen Ambiente, den Ausstellungsräumen, zeigte 
sich die Künstlerin begeistert, die der ideale Ort für ihre Bilder seien. „Meine Bilder brauchen auch immer den Abstand“, bekräftigte Streile. „Das ist genial, dass ich hier diese großzügigen Räume zur Verfügung habe“. Trotzdem sei sie erstaunt gewesen, dass trotz der großen Dimensionen der Räume ihre Bilder weiterhin ihre Kraft entfalten und ausstrahlen könnten.

  • Die Ausstellung im Kunstverein ist bis zum 8. Dezember dienstags bis sonntags von 11 Uhr bis 17 Uhr sowie mittwochs bis 20 Uhr zu sehen. Samstags wird ab 16 Uhr eine öffentliche Führung angeboten.

von Mareike Bader

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