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Tim Vantol singt für das Gute

Konzert im KFZ Tim Vantol singt für das Gute

Melodische Gitarrenmusik, fünf gut gelaunte junge Männer mit der Botschaft: Mach dein Ding, bleib Dir treu, alles wird gut.

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Tim Vantol begann seine Zugabe akustisch inmitten des Publikums im KFZ. Seine Musik verbreitete eine gesunde Portion Optimismus.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Seine Zugabe beginnt Tim Vantol alleine mit seiner ­
Gitarre. Akustisch, inmitten des Publikums, ohne Mikrofon, ohne Scheinwerferlicht. Und was er seinen rund 120 Gästen im KFZ mit auf den Weg gibt, steht exemplarisch für die Musik des niederländischen Liedermachers. „Auch wenn Du denkst, es kann nicht schlimmer werden, gib nicht auf.“ Solange man sich selbst treu bleibe und tue, wofür man brennt, werde schon alles gut werden, sagt Vantol und stimmt Louis Armstrongs „Wonderful World“ an.

Das erste Mal in Marburg, begeisterte Tim Vantol das halb gefüllte – nicht etwa halb leere KFZ – mit seinem optimistischen Folkrock. Wenn ein Künstler sein Publikum auch dann mitreißt, wenn es nicht jeden Text mitsingen kann, spricht das für ihn. Anteil daran hat auch Vantols Band. Zwischendurch singen die jungen Männer lauthals mit. Nicht nur an den Mikrofonen, auch mal aus Spaß an der Freude, einfach so vor sich hin.

Der niederländische Liedermacher Tim Vantol und seine Band spielten im KFZ Musik, die glücklich macht.

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In Vantols Folk mischt sich Punkrock, mal geht es auch in Richtung Country, wie bei Creedence Clearwater Revivals „Looking Out My Backdoor“. Zwischen den Stücken erzählt Vantol Geschichten, etwa die vom Urlaub vor der Tour. Mit dem Dachzelt auf dem Auto ging es über Dänemark nach Norwegen. Überrascht vom Wintereinbruch mit erstem Schnee hätte er sich – Klischee hin oder her – in einen warmen Wohnwagen gewünscht. Worauf Vantol hinaus will: „I can go any­where, so why shouldn‘t you“ (Ich kann überall hingehen, warum Du nicht auch?). Ein Lied auf die Freiheit und eine Welt ­ohne Grenzkontrollen.

Weniger politisch, aber nicht weniger philosophisch wird es bei „The Hardway“. Lautstark, überzeugt und überzeugend, rät Vantol seinen Zuhörern, ihrem Herzen zu folgen. Wohin es auch führt, es wird gut, alles, singt er. Kluge Texte und weise Ratschläge haben viele Liedermacher. Nur wenigen gelingt es, ihre Botschaften ohne­ erhobenen Zeigefinger oder ­eine erdrückende Menge an Melancholie rüberzubringen. Tim Vantol und seine Band schaffen es auf eine charmante Weise. Ihre Musik scheint die Menschen im KFZ bewegt zu haben. Zum Tanzen, Lachen und Mitsingen. Und vielleicht auch dazu, öfter an das Gute zu glauben.

Mit einem Stück von seinem zweiten Album brachte Vantol es noch einmal auf den Punkt. „And if we go down, we‘ll go together. And if you would fall, I would pick you up. And one day it all gets better.“ (Wenn es mal bergab geht, dann gehen wir zusammen. Und wenn Du fällst, heb ich dich auf. Und eines Tages wird alles besser.) Zumindest an diesem Abend blickten die Musiker in überwiegend glückliche Gesichter im KFZ.

von Philipp Lauer

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