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Konzert hilft Marburger Wohnungslosen

Bachkantaten Konzert hilft Marburger Wohnungslosen

Mit einem festlichen Benefizkonzert stimmte die Kurhessische Kantorei am Samstag in der Lutherischen Pfarrkirche auf Weihnachten ein. Rund 500 Musikfreunde genossen den glanzvollen Abend mit Bachkantaten.

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Gesang für Spenden: Die Kurhessische Kantorei trat zugunsten der Wohnungslosenhilfe auf.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. „Die Niedern pflegt Gott zu erhöhen.“ Das Zitat aus einer Bachkantate war das Motto des Konzertes in der Lutherischen Pfarrkirche. Mit dem Konzert sammelte die Kurhessische Kantorei Geld für die Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werks Oberhessen in Marburg.

Den Auftakt des Abends machte das Main-Barockorchester Frankfurt mit der Ouvertüre zu Johann Sebastian Bachs Suite in C-Dur. Frisch und schwungvoll spielte das Orchester die Ouvertüre, energisch dirigiert von Uwe Maibaum. Wenig später setzte der Chor ein mit der stimmungsvollen Bachkantate „Nun komm, der Heiden Heiland“. Der runde und dichte Chorklang breitete sich schwebend in der Kirche aus, nur an wenigen Stellen kam der Chor von der Lautstärke her nicht ganz gegen das Orchester an.

Das gab sich aber schon bei der zweiten Kantate „Meine Seel erhebt den Herren“. Der Chor entfaltete sein ganzes Potential: runder, strahlender Klang, sichere Intonation, ausgefeilte Dynamik, beste Textverständlichkeit.

Besonders schön war der Schlusschoral, den die Sängerinnen und Sänger mit viel Feingefühl gestalteten und der mit seiner schlichten Andächtigkeit zu Herzen ging. Sehr gut gelang auch die wunderbare Motette „Komm, Jesu, komm“, in der die einzelnen Stimmen eng ineinander verwoben waren.

Mit den Solisten hatte Dirigent Uwe Maibaum eine gute Wahl getroffen. Der Tenor Marc Heines bestach mit heller, klarer Stimme, die Sopranistin Simone Schwark sang mit lichtem Timbre und wendiger Stimme. Die Altistin Julia Diefenbach überzeugte mit einem Klang voll Wärme und Schmelz. Der Bass Anselm Richter hatte eine kraftvoll und wohlklingende Stimme, die hohen Töne erreichte er aber nicht immer mühelos.

Während des Bourrées aus der Suite in C-Dur ging gegen Ende des Konzertes der Spendenbeutel herum, und die Konzertbesucher konnten ihre Spenden einwerfen. Die Sammlung ist inzwischen Tradition bei den Adventskonzerten der Kantorei. „Wir spielen jetzt so lange, bis genug Geld zusammen gekommen ist“, scherzte Uwe Maibaum. In diesem Jahr geht das Geld an die Marburger Wohnungslosenhilfe. Die Tagesaufenthaltsstätte des Diakonischen Werks bietet den Menschen einen geschützten Raum, in den sie ohne Anmeldung kommen können. Dort bekommen sie eine warme Mahlzeit und etwas zu trinken, können sich duschen oder ihre Kleidung waschen. Und sie finden jemanden, der ihnen zuhört, ohne sie zu kritisieren. Mit dem Spendengeld aus dem Konzert kann ein ergänzendes Angebot für die Obdachlosen finanziert werden. Beispielsweise bieten zwei Ärztinnen, die auch ohne Krankenschein behandeln, Rat und Hilfe an. Und eine Friseurin kommt regelmäßig, um den Besuchern die Haare zu schneiden. Darüber hinaus wird immer Winterkleidung benötigt.

In Deutschland sind nach Schätzungen etwa 400000 Menschen wohnungslos, Tendenz steigend.

von Bettina Preussner

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