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Kontrastreich ins neue Jahr gestartet

Marburger Schlosskonzerte Kontrastreich ins neue Jahr gestartet

Hackbrett und Viola da Gamba ist schon eine spezielle Kombination. Wer sich darauf einließ, wurde vom "Echo du Danube" mit einem abwechslungsreichen Programm und einem präzisen Spiel auf höchstem Niveau belohnt.

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Christian Zincke an der Viola da Gamba und Elisabeth Seitz am Hackbrett überzeugten die Zuhörer, dass ihre Instrumente gut zueinander passen, auch wenn sie selten kombiniert werden.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Das Jahresabschlusskonzert im Hessischen Staatsarchiv gehört inzwischen zu den vielen traditionellen Veranstaltungen im Kulturkalender, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Auch dieses Mal war der Landgrafensaal im Hessischen Staatsarchiv wieder ausverkauft.

Das Konzert war dem Gedenken von Dr. Margret Lemberger gewidmet, die 2015 gestorben war. Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch vom Geschichtsverein würdigte Margret Lembergers breites Engagement.

Instrumente in einer seltenen Kombination

Beim Jahresabschlusskonzert der Schlosskonzerte, die in den Sommermonaten von den Marburger Musikfreunden veranstaltet werden, trat das „Echo du Danube“ mit Elisabeth Seitz am Hackbrett und Christian Zincke an der Viola da Gamba auf.

Es sei eine sehr ungewöhnliche Kombination, gab der in Wien geborene Musiker bei der Begrüßung zu und erklärte, dass es in der Musikgeschichte nur eine solche Partnerschaft gab, nämlich zwischen dem Gambisten Ernst Christian Hesse und Pantaleon Hebenstreit Ende des 17. Jahrhunderts.

Scheinbar spielerisch und mit leichten Bewegungen aus dem Handgelenk entlockte Elisabeth Seitz starke betonte Töne, aber auch filigrane Läufe ihrem Hackbrett. Selbst in der Pause faszinierte das Hackbrett, auch Zymbel genannt, die Konzertbesucher, die sich immer wieder das schöne Instrument betrachteten. Seitz erklärte den Interessierten die Spielweise, beantwortete Fragen und erzählte auch, dass sie im Alter von 10 Jahren ihr erstes Hackbrett geschenkt bekommen habe. „Dabei bin ich dann hängengeblieben“, so die Zymbelspielerin.

Hackbrett ist nicht nur etwas für die Volksmusik

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts gebe es kaum noch E-Musik, also ernste Musik, für das Hackbrett. Das sei in der Volksmusik verschwunden, bedauerte Seitz bei ihrer Vorstellung während des Konzertes. Einige neuere Werke wurden beim Jahresabschlusskonzert gespielt, etwa von Rudi Spring. Mit dem habe Seitz schon mehrfach zusammengearbeitet, und er hat einige Stücke extra für sie komponiert, erklärte Zincke zu Beginn des Konzertes.

Es war erstaunlich, wie spielerisch die beiden Musiker zwischen den Zeiten hin- und hersprangen. Vom zarten „I long for thy Virginity“ aus dem 17. Jahrhundert ging es fließend zum kräftigen „Quantum of action“ von Robert Morandell. Das erinnerte an James-Bond-Songs, enthielt aber ebenso ein sanftes Zwischenspiel.

„Ganz schöne Kontraste hier“, kommentierte Gambist Christian Zincke zu Recht. Mit seiner Viola da Gamba bot Zincke auch einen schönen Kontrast zu den einzelnen und hohen Tönen des Hackbretts. Sowohl Zincke als auch Seitz verstanden es hervorragend, zusammen zu musizieren, sich in der Stimmführung abzuwechseln und so die Besonderheit ihrer Instrumente herauszustellen.

Durch die Art der Instrumentierung wirkten die Werke, die aus der Zeitspanne zwischen dem 14. und dem 21. Jahrhundert stammten, zueinander einerseits sehr passend. In den immer spannenderen Harmonien der neueren Werke wurde der Unterschied dann doch sehr deutlich. Der Zwischenapplaus des Publikums nahm stetig zu.

Nächstes Marburger Schlosskonzert erst im Juni

Nach dem schwungvollen „Home again market is done“ aus dem „Board Lute Book“, bei dem die beiden Musiker zum Schluss noch einmal stark an Fahrt aufnahmen, wurden sie zu Recht vom Publikum mit langem, kräftigen Applaus belohnt. Dafür bedankten sie sich mit zwei Zugaben. Bei der bayrischen Polka wurde es dann doch volkstümlich, aber auf eigene Weise. Mit „Lulle me beyond thee“ aus „John Playford’s Dancing Master“, aus dem zuvor schon zwei Stücke gespielt wurden, ging es zum Abschluss zurück zur klassischen Musik.

Die neue Saison der Marburger Schlosskonzerte beginnt am 19. Juni ab 19 Uhr mit Artem Yasynskyy am Klavier im Fürstensaal des Marburger Schlosses. Der Vorverkauf startet am 1. Februar an den bekannten Vorverkaufsstellen.

von Mareike Bader

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