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„Kontrabass“: Hassliebe auf der Bühne

Premiere in der Waggonhalle „Kontrabass“: Hassliebe auf der Bühne

„Der Kontrabass“ von Patrick Süskind gehört zu den meistgespielten Solo-Stücken in Deutschland. Die Waggonhalle hat die unterhaltsame Komödie neu inszeniert, am Freitag, 18. Januar, ist um 20 Uhr Premiere.

Marburg. „Der Kontrabass ist das scheußlichste Instrument, das je erfunden wurde. Ein Waldschrat von Instrument.“ Wilhelm ist Musiker im Staatsorchester und seinem Kontrabass in tiefer Hassliebe verbunden. Er übt auch nicht, denn er steht in der Orchester-Hackordnung ganz unten, und wenn er falsch spielt, hört das eh keiner. Oder doch?

Wilhelm hadert mit dem monströsen Musikinstrument und mit seinem Leben. Ganz allein sitzt er in seiner abgeschotteten Klause, in Unterwäsche und Bademantel, redet, spielt und genehmigt sich das ein oder andere Bierchen dazu. Schon lange lebt er allein, schon lange war er mit keiner Frau zusammen. Schuld daran ist natürlich nur der Kontrabass, das plumpeste und hässlichste aller Instrumente.

„Der Kontrabass“ ist eine spritzige Komödie mit viel Witz und Humor, hat aber auch tragische Züge, wie Regisseur Matze Schmidt erklärt. Ganz alleine steht der Schauspieler Nisse Kreysing bei dem Solostück eineinhalb Stunden lang auf der Bühne. Erzählt wird eine Liebesgeschichte, es geht aber auch um Einsamkeit und Isolation und um die Gebrochenheit der Hauptfigur. Nebenbei erfährt der Zuschauer einiges über klassische Musik und über den Orchesterbetrieb.

von Bettina Preussner

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