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Kontakte nach Südkorea vertiefen

Künstlervereinigung Kontakte nach Südkorea vertiefen

Das Abenteuer Südkorea geht für die Künstlervereinigung Marburg-Biedenkopf weiter: Zehn Mitglieder beteiligen sich an einer Gruppenausstellung in der Hafenstadt Mokpo.

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Yun-A Kim (Mitte) wird die Marburger Künstler in ihre südkoreanische Heimat begleiten. An der Ausstellung in Mopko beteiligen sich unter anderem Michael Feldpausch (von links), Elisabeth Szabo, Sergei Fuchs, Manfred Doering, Annegrete Henke-Reinarz und Johanna Krämer.Foto: Uwe Badouin

Marburg. Seit vielen Jahren unterhält die Künstlervereinigung Marburg-Biedenkopf Kontakte nach Südkorea. Nach 2009 und 2010 und Gegenbesuchen von Künstlern aus Südkorea wurde die Künstlervereinigung jetzt wieder zu einer Gruppenausstellung in das asiatische Land eingeladen: Nach Südkorea reisen werden Johanna Krämer, Manfred Doering und der Vorsitzende Michael Feldpausch. Sie nehmen neben eigenen Arbeiten auch Werke von Sergej Fuchs, Anno Henke, Annegrete Henke-Reinarz, Ingrid Kaftan, Lisa Kreuziger, Gesine Krukenberg und Elisabeth Szabo mit zu der Ausstellung, die bis zum 24. September in der Hafenstadt im Süden des Landes gezeigt wird. Insgesamt präsentieren die Künstler aus dem Kreis rund 60 Arbeiten. Vertreten sind Malerei, Zeichnungen, Collagen, Fotografie und Skulpturen.

Begleitet wird die kleine Marburger Reisegruppe von der Südkoreanerin Yun-A Kim, die seit vielen Jahren in Frankfurt lebt und auch als Dolmetscherin fungieren wird. „Ohne Yun würden wir das gar nicht schaffen“, erklärt Johanna Krämer. Die Künstler haben in vielerlei Hinsicht Glück: Die Region um Mopko ist ein subtropisches Urlaubsgebiet und der September gilt als besonders schöne Reisezeit, wie Yun-A Kim betont.

„Für den Verein ist die Ausstellung eine Herausforderung“, sagt Michael Feldpausch. „Es begegnen sich nicht nur Menschen, auch Kunst und Kulturen.“

Die Gastgeber haben ein umfangreiches Programm für die kleine Marburger Reisegruppe vorbereitet. Neben Atelierbesuchen und Begegnungen mit Künstlern aus Südkorea sind auch Ausflüge unter anderem auf die tropische Insel Jeju-do geplant.

Den Kontakt zwischen Marburg und Südkorea gibt es schon seit den 1980er Jahren. Damals setzte sich die Marburger Künstlerin Annegrete Henke-Reinarz für den Künstler Hong Song Dam ein, der von den Militärs verfolgt wurde. Hong Song Dam, den die Marburger Künstlerin zuvor in der Universitätsstadt kennengelernt hatte, nahm 1980 am Aufstand von Kwangju teil - das damalige Militärregime schlug die Revolte blutig nieder. Ein Jahr später kam der Künstler ins Gefängnis, wo er gefoltert wurde. Henke-Reinarz organisierte Petitionen. 1990 sei sie als Zeugin auch zum Prozess gegen den Künstler nach Seoul geflogen.

„Hinterlistig“ sei die damalige Diktatur gewesen, sagte Henke-Reinarz. Hong Song Dam ist heute einer der bekanntesten Künstler in Südkorea.

Für 2015 ist bereits ein Gegenbesuch von Künstlern aus Südkorea geplant. Vorgesehen ist eine Ausstellung im Rathaus Biedenkopf.

von Uwe Badouin

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