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Komische Helden des Alltags

Karbarettherst Komische Helden des Alltags

Torsten Sträter Ist vielseitig. Er schreibt Horrorgeschichten und Comedy, ist Slam-Poet und Kabarettist. Am Freitag war der Senkrechtstarter zum ersten Mal live in Marburg zu sehen.

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Torsten Sträter hat 200 Gäste an seiner urkomischen Sicht der Dinge teilhaben lassen.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. „Warum wurde Gustl Mollath jahrelang festgehalten und der Seitenbacher-Mann ist immer noch auf freiem Fuß?“ Fragen, die es sich zu stellen lohnt, obwohl sie selten ausgesprochen werden. Torsten Sträter macht eben das beruflich, seit 2007 ist er Kabarettist, und am vergangenen Freitag besuchte er zum ersten Mal Marburg im Rahmen des „Kabarettherbstes“ des KFZ.

Rund 200 Zuschauer hörten Sträter zu, seinen schriftlich notierten und dennoch größtenteils frei vorgetragenen Geschichten, seinen improvisierten Witzen und den realen Berichten aus dem Künstleralltag, die er mal im Stehen, mal im Sitzen präsentierte.

Das politische Kabarett überlässt der Mann mit Mütze aus dem Ruhrpott Anderen. Dennoch wird seine Show nie platt oder niveaulos, die Geschichten haben immer etwas Menschliches, da sie auf echten Erfahrungen basieren. Es geht um die Widrigkeiten des modernen Versandhandels, die kindliche Freude erwachsener Männer an Hochdruckreinigern und den ewigen Kampf mit den Pfunden, abgefasst in mehreren „Diättagebüchern“.

Eben das kam bei den Besuchern an. „Er ist einfach direkt lustig und lebensnah,“ meinte etwa die Studentin Nadja Harsche. „Wir kannten ihn bislang ja nur aus dem Fernsehen, einfach super“, so die Besucherin Almut Roth.

Mit 48 schon alles Mögliche gemacht

Tatsächlich baut der gelernte Herrenschneider gerne auch Erzählungen über das besondere Leben als Kabarettist in sein Programm ein. „Ich bekam einen Anruf – Preis in Tuttlingen gewonnen, muss persönlich abgeholt werden. „Nee danke! Denk‘ ich mir, viel zu weit. Sage dem Herrn am Telefon, ich wäre krank. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert“, schallt es aus der Leitung. „Ich sitze im Wagen!!!“

Seit etwa zwei Jahren ist Sträter oben angekommen, mit Agentur und allem was dazu gehört. Abgehoben ist er dabei nicht. „Ich bin 48 und habe in meinem Leben schon alles Mögliche gemacht. Hätte ich den Erfolg schon mit 30 gehabt, dann hätte das echt schiefgehen können, aber so bin ich einfach zufrieden damit, für mich und meinen Sohn ein sicheres Auskommen zu haben.“

Nach dem Auftritt nimmt sich Sträter Zeit, um Bücher zu signieren und Fragen zu beantworten. Etwa wie lange er an einem der schriftlichen Teile sitzt: „Wenn die Idee da ist, kann das innerhalb von drei Stunden gehen. Der Rest des Abends wird nach Gefühl und Bedarf aus dem Fundus geholt oder improvisiert.“

Generell bleibt er direkt und ehrlich. „Man merkt auch im Kabarett, dass da eine Menge sehr unaufrichtiger Menschen rumlaufen, die eben nur als Schauspieler sympathisch sind. Andererseits trifft man dann auf Leute wie Ingo Appelt, das sind privat dann die freundlichsten Leute. Das glaubt einem meist keiner“, sagt Sträter

von Marcus Hergenhan

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