Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Regen

Navigation:
Kleines Gespenst verzaubert Kinder

Kinderbuchverfilmung Kleines Gespenst verzaubert Kinder

Frech und neugierig - so sind viele Figuren aus den Geschichten des Kinderbuchautors Otfried Preußler. So auch „Das kleine Gespenst“, das jetzt im Kino spukt.

Voriger Artikel
In den Fußstapfen der Großen
Nächster Artikel
Gute-Laune-Sound im Novembergrau

Das kleine Gespenst und Uhrmachermeister Zifferle (Herbert Knaup) freuen sich mit Marie (Emily Kusche), Karl (Jonas Holdenrieder) und Hannes (Nico Hartung).Foto: Universum

Marburg. Otfried Preußler war ein begnadeter Geschichtenerzähler. Hexen, Räuber, Gespenster und andere wundersame, rebellische und lustige Wesen bevölkern seine fantastischen Erzählungen, die Klassiker der deutschen Kinderbuchliteratur sind. Nun kommt „Das kleine Gespenst“ ins Kino, produziert von den Machern des „Krabat“-Films. Regisseur Alain Gsponer hat für seinen Realfilm die Buchvorlage von 1966 behutsam in die Moderne versetzt, dabei aber allzu große Brüche vermieden. Das Ergebnis ist ein ebenso kurzweiliger wie spannender Familienfilm, dem der augenzwinkernde und bisweilen auch liebenswert altmodische Charme vieler Preußler-Bücher innewohnt.

Der freche Geist will die Welt unbedingt am Tage erleben, nicht immer nur zur Geisterstunde. Doch oh Schreck! Als sich sein Traum erfüllt, färbt der erste Sonnenstrahl das schneeweiße Flatterwesen in tiefstes Schwarz. Den beschaulichen Ort Eulenstein versetzt der schwarze Geist in helle Aufregung - und auch das Gespenst selbst hat bald genug vom mittäglichen Spuk und will unbedingt wieder ein Nachtgeist werden. Eine schwierige Sache. Zum Glück gibt es drei mutige Kinder, die dem kleinen Gespenst dabei helfen wollen, zur Spukzeit um Mitternacht zurückzukehren.

Der Film wurde mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Er spielt in der heutigen Zeit. Gleichzeitig gibt es aber auch Anklänge an die Jahre, als alles noch etwas langsamer und weniger technisiert war, so etwa das Feuerwehrauto, ein Nostalgiefahrzeug wie aus dem Bilderbuch. Und es gibt viele lustige Szenen. Wie schon bei „Räuber Hotzenplotz“ stellen sich vor allem die Respektspersonen besonders ungeschickt und dämlich an. Feuerwehrmänner, Lehrer, Polizisten und der Bürgermeister - erfüllt von ihrer Wichtigkeit und Würde müssen sie hilflos aushalten, dass ihnen das kleine Gespenst und die Kinder aufs Schönste eins auswischen.

Anna Thalbach hat dem Gespenst ihre Gesichtszüge und vor allem ihre wandelbare und wunderbar geheimnisvolle Stimme verliehen. Inbrünstig lässt sie den kleinen Spukgeist seufzen: „Einmal die Welt bei Tag erleben, das wäre mein größter Wunsch!“ Besonders schön sind die Momente, in denen das Gespenst seinen besten Freund, den Uhu Schuhu, besucht und mit ihm zu mitternächtlicher Stunde über das Leben, die Geisterwelt und die Schönheiten der Erde sinniert.

Jonas Holdenrieder, Emily Kusche und Nico Hartung spielen sehr überzeugend die drei Kinder, die dem Gespenst in seiner vertrackten Lage helfen wollen. Und dann ist da noch der selbstverliebte Bürgermeister, herrlich gespielt von Uwe Ochsenknecht, der im Film immer wieder über seine eigene Eitelkeit zu stolpern droht und so für unfreiwillige Komik sorgt.

Der Film läuft im Cineplex.

von Cordula Dieckmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr