Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° Regen

Navigation:
Kleine Museumsboxen voller Entdeckungen

Ausstellung Kleine Museumsboxen voller Entdeckungen

„Museen im Aufbruch“ lautet das Marburger Kultur-Themenjahr. Die Museumsboxen, die derzeit im Rittersaal des Landgrafenschlosses ausgestellt werden, sind ein Teil davon.

Voriger Artikel
Elbtonal Percussion am 28. September im Zentrum für Vermögensverwaltung
Nächster Artikel
Sommer, Sonne und viel Musik

Was ist Marburg: In 45 kleinen Museumsboxen, die wie in einem Spinnennetz im Kleinen Rittersaal des Landgrafenschlosses hängen (oben) bekommen Besucher einen Eindruck. Manche Inhalte erinnern an das Luisabad in der Stadtmitte, andere machen die Lahnidylle zum Thema. Konzipiert wurde die Schau unter anderem von Mascha Justus-Willershausen. Fotos: Benjamin Kaiser / Stadt Marburg

Marburg. Es ist ein Stück Erinnerungskultur.

von Benjamin Kaiser

Marburg. „Wenn ich groß bin, werd‘ ich schwul!“ Diese Aufschrift ziert einen Ballon und ist der Teil der Installation „Museumsboxen“, die am Sonntag im Kleinen Rittersaal des Landgrafenschlosses eröffnet wurde und dort noch bis zum 24. September zu sehen ist.

„Das Werk zeigt, wie unterschiedlich der Zu- und Umgang von Marburgern und Marburgerinnen mit der Stadtgeschichte ist“, sagt Mascha Justus-Willershausen. Neben Mirjam Klein und Britt Schneider ist sie eine von drei freien Mitarbeiterinnen des Fachdienstes Kultur der Universitätsstadt, die die Installation konzipiert haben.

Die Aussteller haben ein fast drei Meter hohes Metallquadrat in den Raum gestellt, durch dessen Innenraum sich spinnennetzartig Fäden ziehen. An diesen sind 45 kleine Plastik-Boxen befestigt, die von Marburgerinnen und Marburgern mit ihren Ideen zur Stadtgeschichte. Es fällt schwer, bei dieser Konstruktion das Gerüst als eine Analogie für die Stadt zu verstehen, deren Bewohner und ihre Ideen über Diagonalen oder Vertikalen mit einander verbunden sind.

Die Idee zu den Museumsboxen entstand im Frühjahr. Es ist ein gemeinsames Projekt des Kulturamts der Stadt Marburg und der Philipps-Universität. Hintergrund sind Pläne, im Museum für Kulturgeschichte im Landgrafenschloss künftig auch Stadt- und Universitätsgeschichte zu präsentieren.

Die Museumsboxen sollten Marburger ermuntern, selbst zu Künstlern, zu Gestaltern zu werden.

„Es gab keine Auflagen. Wir wollten den Hobby-Künstlern ihre Freiheit lassen. So ist die Installation zu einem breitgefächerten Sammelsurium verschiedener Meinungen und einem Mikrokosmos verschiedener Mentalitäten der Bewohner geworden“, bemerkt Karin Stichnothe-Botschafter vom Fachdienst Kultur der Universitätsstadt.

Manche Boxen, wie etwa der bereits erwähnte Ballon, sind humorvoll. Andere sind politisch, erinnern etwa an Protestbewegungen in Marburg. Wiederum andere sind eher als kryptisch zu kategorisieren. So wurde eine Box mit Glühbirnen gefüllt. Was es damit auf sich hat, konnte sich Stichnothe-Botschafter auch nicht erklären.

Freilich gibt es auch wiederkehrende Motive: Die Lahnwiesen, die Elisabethkirche sowie natürlich das Wahrzeichen der Stadt - das Landgrafenschloss.

Die Museumsboxen werden danach eingelagert. Sie sollen vom 6. bis 14. Dezember noch einmal in der Brüder-Grimm-Stube am Markt gezeigt werden. Was danach mit ihnen geschieht, sei offen, sagte Edith Pfingst von der Presseabteilung der Stadt Marburg.

Die Ausstellung ist noch bis zum 24. September zu sehen; geöffnet Dienstag bis Sonntag, von 10 bis 18 Uhr.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr