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Kleine Meisterwerke aus dem hohen Norden

Maria Solheim im KFZ Kleine Meisterwerke aus dem hohen Norden

Schon im Alter von 13 Jahren begeistert Maria Solheims Lyrik die Menschen in ihrer Heimat jenseits des Polarkreises. Die nördlichen Lofoten sind natürlich auch eine inspirierende Gegend, um Songs zu komponieren, die in die dunkelsten Ecken der Angst und der Hoffnung führen.

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Fast ein wenig verloren wirkt die zierliche Maria Solheim im Scheinwerferlcht der KFZ-Bühne.Foto: jan Bosch

Marburg. Maria Solheim ist auch hierzulande populär: Am Freitagabend müssen im KFZ schnell noch ein paar Stuhlreihen herbeigeschafft werden, als der Andrang nicht abreißt. Auf gute Musik aus Skandinavien ist eben Verlass.

Ihre aktuelle Europatournee führt die Norwegerin Maria Solheim nach acht Jahren und einer Bühnenpause wieder nach Marburg. Begleitet wird sie von Mari Kreken auf Mandoline, Glockenspiel und Percussion und Tor Egil Kreken am Bass.

„Ich finde es toll, mit den Beiden unterwegs zu sein“, stellt Maria Solheim das Musikerpaar mit einem Augenzwinkern vor, „denn zwischen ihnen habe ich immer das Gefühl, von Liebe umgeben zu sein“. Solheim präsentiert Stücke von ihrem aktuellen Album „In the Deep“. Selbst sagt sie darüber: „Dieses Album hat viel Zeit, Tränen und Lachen benötigt. Ich bin unglaublich stolz auf das Ergebnis. Nun habe ich ein Album, zu dem ich tanzen kann.“

Und sie hat recht. Die sparsam arrangierte Mischung von Folk, Rock und Pop hört sich äußerst abwechslungsreich an. Über allem schwebt die filigrane Stimme der zierlichen Norwegerin, welche die Zuhörer sofort in ihren Bann zieht.

Gekonnt spaziert sie emotional zwischen der Tristesse nordischer Winter und der Kraft der Mitternachtssonne umher, ausdrucksstark und stimmungsvoll, immer ein wenig zurückhaltend. Manchmal hat man das Gefühl, der lang anhaltende Applaus sei ihr sogar ein wenig unangenehm.

Braucht es aber nicht, denn die fein aufeinander abgestimmten Kompositionen sind, jede für sich, kleine Meisterwerke. Mal zuckt es in den Beinen, wenn der Bass von Tor Egil Kreken bei einem der sparsam eingesetzten Soli fast schon laut wird, während Gitarre und Mandoline sich im fröhlichen Takt wiegen. Taucht das Trio in die düsteren Gefilde der menschlichen Seele hinunter, stockt einem fast der Atem. Spannungsgeladen verharrt Mari Kreken, um im richtigen Moment einen leisen, kaum wahrnehmbaren Hauch eines Klanges auf dem Glockenspiel zu erzeugen. Perfektion, die nicht einstudiert wirkt.

von Jan Bosch

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