Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Klassentreffen der Schlagerlegenden

Ausverkaufter Tourauftakt Klassentreffen der Schlagerlegenden

Lena Valaitis, Ireen Sheer, Peggy March, Graham Bonney und Michael Holm reihten in den 1970ern Hit an Hit. Bei der Depro-Tournee „Schlagerlegenden“ stehen sie sichtlich gut gelaunt erstmals gemeinsam auf der Bühne.

Voriger Artikel
93 Bands an 3 Tagen in 14 Klubs
Nächster Artikel
Mit Kultur die Schule weiterbringen

Schlagerlegenden von einst: Michael Holm (von links), Lena Valaitis, Graham Bonney, Peggy March und Ireen Sheer haben sichtlich Spaß an dem Auftritt.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. Während sich andere in ihrem Alter längst wohlverdient zur Ruhe gesetzt haben, wollen die fünf Schlagerlegenden noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Die 1970er und die 1980er Jahre waren die große Zeit von Michael Holm (72), Graham Bonney (72), Lena Valaitis (72), Peggy March (67) und Ireen Sheer (66). Damals waren sie Schlagerkönige und -königinnen, Dauergäste in Dieter Thomas Hecks Samstagabend-Straßenfeger „Zett-De-Eff Hit-pa-ra-de“.

Fünf Schlager-Legenden starteten in Stadtallendorf ihre Tour.

Zur Bildergalerie

Es war die Zeit der ausladenden Koteletten, Frauen trugen Miniröcke oder Hippie-Kleider, Männer warfen sich in Schlaghosen, an den Füßen Schuhe mit Plateausohlen. Und während die Jugend in den Städten Led Zeppelins „Whole Lotta Love“ hörte, suchte Michael Holm in „Mendocino“ sein Girl.

„Legenden“ lassen sich nicht lange bitten

Längst wurden auch in Deutschland die Jahreshitparaden von englischsprachigen Bands dominiert, doch Dieter Thomas Heck und Co. hielten dagegen – mit deutschen Schlagern. An diese Zeit, als die Welt noch kleiner und überschaubarer schien, das Wort Globalisierung Kopfschütteln hervorgerufen hätte, erinnert die von der Gemündener Agentur Depro organisierte und veranstaltete Tour.

Depro hat die alten Hitparaden-Stars aufgetrieben: Peggy March in Amerika, Michael Holm und Lena Valaitis in München, Graham Bonney am Niederrhein, Ireen Sheer in Tirol. Die Organisatoren mussten die Stars von einst, die im heutigen Showgeschäft in Vergessenheit geraten sind, nicht lange bitten, als Schlagerlegenden auf Tournee zu gehen.

Gut gelaunt und verblüffend fit präsentierten sie sich am Donnerstagabend beim Tourneeauftakt in der mit 768 Besuchern ausverkauften Stadtallendorfer Stadthalle. Depro-Chef Michael Deuker und seine Frau Gundi waren sehr froh über den Auftakt ihrer Tournee mit bislang elf Terminen, die im kommenden Jahr fortgesetzt werden soll. Auch die Moderation ist in Familienhand: Die Schauspielerin und Musicalsängerin Christin Deuker führte locker-leicht durch das Programm.

Gundi Deuker, die sich sehr um die Schlagerstars bemüht hatte, sagte der OP: „Die fünf kennen sich natürlich, aber in dieser Formation sind sie noch nie zusammen aufgetreten. Es ist wie bei einem Klassentreffen. Sie haben viel Spaß miteinander. “

Besucher zeigen sich textsicher

Dieser Spaß übertrug sich auch auf das Publikum. Graham Bonney scherzte über die „leckeren Mädels“ an seiner Seite, alle machten immer wieder Anspielungen auf ihr Alter, schwärmten von der guten alten Zeit, als sie auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren und ihre Fans noch jung waren.

Viele Besucher, fast alle im Alter der Schlagerlegenden, sangen die alten Lieder textsicher mit: Michael Holms „Tränen lügen nicht“, Graham Bonneys „Wähle 3-3-3“, Peggy Marchs „Mit 17 hat man noch Träume“, Ireen Sheers „Goodbye Mama“ und Lena Valaitis‘ „Johnny Blue“, mit dem sie 1982 fast den Grand Prix D‘Eurovision gewonnen hätte, wenn ihr die Schweizer nicht die vier fehlenden Punkte verweigert hätten. Sie esse seither keinen Schweizer Käse mehr, witzelte sie.

Neben gemeinsamen Medleys hatte jeder der fünf Stars jeweils rund eine halbe Stunde Zeit für die eigenen Songs, souverän und routiniert begleitet von der Otti-Bauer-Showband, die nur selten an ihre Grenzen gehen musste. Die Bühne ist ansprechend gestaltet. Zentrales Element ist eine Leinwand, auf der – leider mit einer kleinen Zeitverzögerung – die Sänger live übertragen werden, so dass sie sich in den hinteren Reihen gut gesehen werden. Am Ende der gut dreistündigen Show, die eine Straffung vertragen würde, gab es teilweise Standing Ovations.

von Uwe Badouin

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr