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Klarer Klang in erfrischendem Spiel

Konzert Klarer Klang in erfrischendem Spiel

Am Sonntag genossen knapp 100 Besucher in der Universitätskirche das empfindsame bis freudig-frische Musizieren des Marburger Kammerorchesters, den Instrumentalsolisten und der Vokalistin.

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Das Marburger Kammerorchester musizierte unter der Leitung von Bezirkskantor Nils Kuppe in der Universitätskirche.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Bezirkskantor Nils Kuppe hatte ein attraktives Programm mit beliebten Werken aus Spätbarock, Wiener Klassik und Spätromantik zusammengestellt. Zur Eröffnung musizierte das Kammerorchester Marburg Corellis Concerto grosso op. 6 Nr. 7 D-Dur. Die Überraschung dabei: Das Orchester musizierte im Stehen, wie von Nils Kuppe gewünscht. Der Vorteil: Klarer, transparenter Klang in erfrischendem Spiel im Wechsel von Concertino und Tutti. Darin eingebettet waren gefühlvolle Zwiesprachen der solistischen Violinen von Betina Voit und Karin Schmidt, dass dem Zuhörer das Herz aufging.

Bei Bachs Cembalokonzert A-Dur BWV 1055 überzeugte Roland Knoke mit flüssigen Tonläufen zu leicht-federndem Spiel des Kammerorchesters in den Ecksätzen. Das Larghetto als Mittelsatz schillerte in zartem Cembalospiel mit fein-farbigen Streicherklängen.

Mit Edward Elgars Streicherserenade e-Moll op. 20 vermittelte das Kammerorchester romantische Klangfülle in sanglicher Melodik, Akkuratesse in Modulationen und rhythmischen Variationen. Dem elegischen Thema im Larghetto verliehen die Musiker bis hin zur komplexen Harmonik spröde Sinnlichkeit.

In zwei Blöcken mit fünf der Händelschen Neun Deutschen Arien HWV 202-210 konnte die Sopranistin Marion Clausen begeistern. Sie sang mit schlanker, zart umschmeichelnder Stimme, guter Atemtechnik und klarer Aussprache. Dabei verlieh sie den Melodien und Koloraturen Geschmeidigkeit.

Das Kammerorchester war einfühlsamer Begleiter in wechselnder Besetzung, wobei Annette Himmelmann auf der Oboe in warmem Ton, Betina Voit mit weichem Violinspiel, Cembalist Roland Knoke mit fließenden Tongirlanden und Christian Keller mit luftigem Cellospiel herausragten.

Mit Mozarts Motette „Exsultate, Jubilate“ KV 165 setzten die Sopranistin Marion Clausen und das Marburger Kammerorchester, verstärkt durch ein Bläserquartett, einen glanzvollen Schlusspunkt beim 90-minütigen Benefizkonzert zugunsten der Samburu-Hilfe. Unter der souveränen Leitung von Nils Kuppe erklangen die vier Teile von ergreifender Schlichtheit bis hin zu begeisternder Leichtigkeit in tonaler Farbigkeit.

Das Publikum applaudierte lange, stürmisch, teilweise mit Fußgetrampel und nach der Zugabe des „Allelujas“ mit Ovationen im Stehen sowie einzelnen Bravorufen.

Alfred Knau, Vorsitzender des Vereins SamburuHilfe, dankte den Besuchern, Dr. Erika Hundt für ihr Konzert-Engagement sowie dem Kammerorchester Marburg für die schöne Musik, das die Einnahmen dem Verein für Projekte in Afrika zur Verfügung stellt.

von Helmut Rottmann

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