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Klangschön und kontraststark

Eckelshausener Musiktage Klangschön und kontraststark

Den guten Beziehungen zur Kronberg Academy ist es zu verdanken, dass die Eckels-hausener Musiktage problemlos Ersatz für den wegen Krankheit ausgefallenen künstlerischen Leiter Julius Berger gefunden haben.

Caldern. So musizierte am Dienstag in der Klosterkirche Caldern Pablo Ferrández, der seit anderthalb Jahren als „Junger Solist“ in Kronberg beim schwedischen Meistercellisten Frans Helmerson studiert.

Der 1991 geborene Spanier hatte eine noch schwierigere Aufgabe übernommen als sein ein Jahr jüngerer Kollege Kian Soltani in Buchenau. Wurde dieser durch ein Orchester getragen, so war Ferrández ganz auf sich allein gestellt. Aber Lampenfieber merkte man ihm nicht an bei seiner klangschönen und kontraststarken Wiedergabe von Bachs erster Cello-Suite, die von tiefem Ernst erfüllt war, aber auch ansteckende Spielfreude offenbarte.

Da aufgrund fehlender Probenzeit Ravels a-Moll-Duo-Sonate gestrichen werden musste, hatte sich der Geiger Linus Roth bereit erklärt, sein Solo-Programm zu erweitern. So erwies er sich nicht nur, wie vorgesehen, in der g-Moll-Sonate als ingeniöser Bach-Interpret, sondern auch in der monumentalen Ciaconna aus der d-Moll-Partita, mit der er bereits vor drei Jahren in der Stiftskirche Wetter fasziniert hatte. Mit leuchtendem Ton spielte er die dritte der sechs Sonaten, die der belgische Geiger Eugène Ysaye in den 1920er Jahren nach dem Vorbild Bachs komponiert hat. Und Roth zeigte, dass er auch ein brillanter Virtuose ist, in den an Paganini erinnernden Bravour-Variationen über das irische Volkslied „Die letzte Rose“ von Heinrich Wilhelm Ernst.

von Michael Arndt

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