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Klamauk nah an der Realität

Neu im Kino: Fack ju Göhte Klamauk nah an der Realität

470 Besucher der OP-Vorpremiere lachten sich kringelig und hoben „Fack ju Göhte“ auf Platz 1 der OP-Kinohitparade. Das gab‘s auch schon lange nicht mehr: Zwei deutsche Filme an der Spitze.

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Mit dem Kleinganoven Zeki Müller (Elyas M‘Barek) macht man keine Späße. Das merkt die 10b schnell.Foto: Constantin Film

Quelle: Constantin

Marburg. Was mussten sie sich auf der Leinwand nicht schon alles gefallen lassen, die Lehrer. Einen Pfeiffer mit drei f, der die Schüler mit Heidelbeerwein aufwiegelt. Und jetzt kommt der Angriff sogar aus den eigenen Reihen.

Zeki Müller (Elyas M‘Barek), heißt der Neue im Kollegium, ein entlassener Straftäter. Nun will er an sein Diebesgut, das seine Freundin für ihn auf dem Gelände einer Schule vergraben hatte. Das Problem: Die Goethe-Gesamtschule hat direkt über dem Versteck ihre nagelneue Turnhalle gebaut.

Müller will sich als Hausmeister an der Schule bewerben, wird aber durch einen Zufall Lehrer. Aber kein gewöhnlicher: In seiner Schultasche trägt er Bierdosen statt Bücher, klaut Schülern ihr Pausenbrot oder gibt ihnen ein paar hinter die Löffel, wenn sie nicht spuren. Und auch sonst taugt er kaum als Vorbild: „Achte mal auf deine Ausdrucksweise, du Wichser!“

Damit handelt er sich prompt die Kritik der spießigen Junglehrerin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) ein. Und er bekommt es mit der berüchtigten 10b zu tun. Da schlackern selbst dem Ex-Knasti Zeki die Ohren: „Sind Sie vollkommen geborderlined oder was?“

Kein Wunder, dass sich Uschi Glas - die letzte Vertreterin der Pauker-Filme - als lebensmüde Lehrerin Ingrid Leimbach-Knorr verzweifelt aus dem Fenster stürzt. Früher war eben doch noch einiges besser.

Durchsetzen kann sich da nur einer wie Müller, der seine Schützlinge schon mal mit einer Paintball-Gun zurück ins Klassenzimmer schießt. Mit seinen rabiaten Methoden verschafft sich der vermeintlich studierte Pädagoge schließlich den Respekt seiner Schüler, die Anerkennung des Kollegiums und die Liebe der jungen Kollegin, die sich vom hässlichen Entlein zur sexy Paukerin mausert.

Das Lachen bleibt den Zuschauern nicht selten im Halse stecken. Etwa bei den - wenn auch dilettantischen - Selbstmordversuchen der Burnout-Lehrerin, die das Schulleben nicht mehr erträgt oder wenn die unkonventionelle Direktorin (Katja Riemann) den Amokalarm auslöst. Die Schulkomödie scheint in solchen Momenten bedrückend nah an der Realität einiger Problemschulen im Lande zu sein.

Regisseur Bora Dagtekin hat schon mit „Türkisch für Anfänger“ im vergangenen Jahr sein humoristisches Talent als Regisseur bewiesen. Mit „Fack ju Göhte“ wird er kein Oscar-Anwärter, trifft aber wieder den Ton der Zeit - Jugendsprache inklusive.

von Söhnke Callsen

Meinungen von Besuchern der OP-Vorpremiere:

Zuschauermeinungen:

„Selten so viel gelacht.“

Jana Ochs-Wolf aus Stadtallendorf

„Obermegahammer-unfassbar cool.“

Hannah Koerner aus Marburg

„Noch besser als ich erwartet hatte. Voll süß, ey.“Katharina Schmitz (19) aus Kleinselelheim

„Super Film. Habe Tränen gelacht.“

Lena Lachnit (19) aus Wenkbach

„Toller Film. Der Beste seit Langem.“

Franziska Hildesheim (18) aus Marburg

„Genialer Film. Besonders für angehende Lehrer. Und leckerer Anblick.“

Anna Mais (27) aus Marburg

„Einer der unterhaltsamsten Filme der letzten Zeit.“Svenja Lölkes (19) aus Bürgeln

„Der Brüller. Wie hier mit allen möglichen Schulklischees gespielt wurde, ist einfach Weltklasse. Bester deutscher Film 2013.“

Stefanie Nahrgang (23) aus Marburg

„Die beste deutsche Filmproduktion seit langem. Aber teilweise unnötig und grenzwertig eklig.“Kristina Cebo

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