Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 16 ° Regenschauer

Navigation:
Teenagerfilm mit Tiefgang

Kinostart: „Wenn du stirbst, ...“ Teenagerfilm mit Tiefgang

Sam und ihre Freundinnen sind die beliebtesten Mädchen an der Highschool. Doch eine folgenreiche Partynacht zwingt Sam, ihr ganzes Leben in Frage zu stellen.

Voriger Artikel
Drei Zepter erzählen Unigeschichte
Nächster Artikel
Uraufführung im Reformationsjahr

Die eigentlich arrogante Sam (Zoey Deutch, links) erlebt einen Tag immer und immer wieder und beginnt allmählich ihr Leben in Frage zu stellen.

Quelle: Capelight

Sam hat alles, was sich ein Teenager in einer amerikanischen Provinzstadt nur wünschen könnte: Sie ist beliebt, schön und mit dem begehrtesten Jungen der Highschool zusammen. Sie und drei besten Freundinnen Lindsey (Halston Sage), Ally (Cynthy Wu) und Elody (Medalion Rahimi) lassen die anderen Schüler wissen, dass sie es sind, die in der Schule das Sagen haben.

In Sams Leben läuft also alles ziemlich perfekt. Bis sie eines Tages nach einer Partynacht aufwacht und in einer endlosen Zeitschleife gefangen zu sein scheint. Sie durchlebt denselben Tag mit denselben Ereignissen immer und immer wieder. Dass es gleichzeitig auch Sams letzter Tag sein wird, daran gibt es von Anfang an keine Zweifel: „Für dich gibt es vielleicht ein Morgen, aber für einige von uns gibt es nur heute.“ Als Erzählerin aus dem Off führt Sam (Zoey Deutch) die Zuschauer durch die wiederkehrenden Ereignisse dieses 12. Februar.

Von Wut bis zur Läuterung

Filmemacherin Ry Russo-Young („Nobody Walks“) inszeniert in „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ den Bestseller-Roman 
der Autorin Lauren Oliver aus dem Jahr 2010. Eine 17-Jährige ihren Todestag immer wieder durchleben zu lassen, ist ein emotionaler Balanceakt, der von der Nachwuchsschauspielerin Zoey Deutch überzeugend dargestellt wird.

In diesem einen Tag gefangen, macht Sam eine Wandlung durch, die ihren Anfang in Verzweiflung und Wut nimmt und in der Läuterung des Teenies endet. Von der ignoranten und oberflächlichen Highschool-Schönheit wird sie zur liebenden Tochter, die meint zu wissen, worauf es im Leben wirklich ankommt. Ihre Metamorphose führt sie schließlich zu der Erkenntnis, wie sie den Bann der Zeitschleife durch­brechen und ihrem Schicksal entfliehen kann.

Gute schauspielerische Leistung

Weibliche Protagonistinnen, die sich als Teenager mit ihrem eigenen Tod auseinandersetzen, sind derzeit ein beliebter Stoff für amerikanische Filme­macher. Ganz besonders der Erfolg der Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ des Streamingdienstes Netflix hat zu einem kontroversen gesellschaftlichen Diskurs um Mobbing 
und Suizid an amerikanischen Highschools geführt. Themen, die auch Russo-Young in ihrem Film aufgreift und die lange von Hollywood nicht angerührt wurden.

Der Charakter der Protagonistin Sam entwickelt sich im Verlauf der Handlungen, trotz einer guten schauspielerischen Leistung von Deutch, aber nur oberflächlich. Sam erscheint enttäuschend flach und nicht greifbar. Der Zuschauer erfährt nichts über ihre Vergangenheit oder Ängste aus der Zeit vor ihrem Zeitschleifen-Dasein. Auch die anderen Charaktere, wie zum Beispiel Sams Freundinnen Lindsey und Elody, entsprechen den klassischen Klischees, wie man sie aus Highschool-
Komödien kennt. Und das, obwohl Russo-Youngs jüngstes Werk weit davon entfernt ist, 
eine Komödie zu sein.

Die recht plumpe und dadurch aufdringliche Moral des Films – ganz nach dem Motto „Opfere dich selbst und du wirst gerettet“ – ist ein weiterer Kritikpunkt. Dennoch hat „Wenn du stirbst …“ eine durchaus wichtige Botschaft: Jeder Tag und jede Stunde bieten die Möglichkeit, einfach alles anders zu machen.

  • Der Film läuft im Cineplex.

von Christina Sabrowsky

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr