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Teenager wollen nicht erwachsen werden

Kinostart: „Tigermilch“ Teenager wollen nicht erwachsen werden

Die Romanverfilmung „Tigermilch“ bildet das Lebensgefühl von 14-Jährigen stark überzeichnet ab.

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Jameelah (Emily Kusche, links) und Nini (Flora Li Thiemann) ­loten in Berlin Grenzen aus.

Quelle: Constantin Film Verleih

Teenager sind oft unerträglich, launisch, für Eltern unberechenbar. Gleichzeitig stecken sie voller Energie, sind kreativ, testen sich und die Grenzen ihrer Umwelt aus, um sie mit Freude zu überschreiten. Das Drama „Tigermilch“ beschäftigt sich mit diesen Grenzen – und zeigt ein sehr dramatisches Bild von Jugendlichen in Berlin und ihren Problemen beim Erwachsenwerden.

„Tigermilch“ erzählt von den wilden Sommerferien zweier 14-jähriger Mädchen, die sich nahezu ungestört von ihren­ ­Eltern austoben. Alkohol und Drogen gehören zum Alltag von Nini (Flora Li Thiemann) und Jameelah (Emily Kusche) – nun soll auch der erste Sex folgen. Die beiden Freundinnen treiben sich auf Partys und dem Straßenstrich herum.

Regisseurin will Diskussionsanstoß geben

In den unbeschwerten Sommer mischen sich aber ernste­ Probleme. Denn als die Mädchen einen Mord in der Nachbarschaft beobachten, ist es mit Sex, Drugs und Rock ‘n‘ Roll vorbei. Die beiden stehen plötzlich vor einer harten Bewährungsprobe für ihre Freundschaft. Der Film macht diesen Stimmungswandel mit einer Vollbremsung deutlich. Denn er beginnt als rauschendes Fest mit zerstörtem Wohnzimmer, Katerstimmung und viel Alkohol.

Doch sieht so wirklich das ­Leben von 14-Jährigen in einer Großstadt wie Berlin aus? Alko­hol, Drogen und ein Trip auf den Straßenstrich gehören wohl kaum zum Alltag der Jugend von heute. Sie wolle einen Diskussionsanstoß geben, sagt Regisseurin Ute Wieland (60, „FC Venus“). Diskutiert werden kann über die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stefanie de Velasco (2013) reichlich.

Die beiden „Rotzgören“ finden sich mit ihrem für ihr Alter untypischen Verhalten in Berlin viel zu gut zurecht. Abseits davon zeigen Nini und Jameelah in dem Drama ums Heranwachsen, wie schwierig und schön Freundschaften von Teenagern sind. Wie viel Energie in einem steckt, wenn man gerade dabei ist, erwachsen zu werden. Und wie schön es wäre, niemals vernünftiger zu werden.

  • Der Film läuft im Capitol.

von Fabian Nitschmann

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