Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Es ist nicht leicht, ein Held zu sein

Kinostart: „Spider-Man – Homecoming“ Es ist nicht leicht, ein Held zu sein

Spidey ist zurück: Tom Holland darf erstmals über die Länge eines ganzen Films als Peter Parker alias Spider-Man auftreten. Neben Darstellern wie Michael Keaton und Robert Downey Jr. macht Holland dabei eine ziemlich gute Figur.

Voriger Artikel
Höllentrip in die Hauptstadt
Nächster Artikel
Wenn die Liebe furchtbar wehtut

Peter Parker (Tom Holland) muss sich in die Rolle des Superhelden trotz seines schicken Kostüms erst noch einfühlen.

Quelle: Sony Pictures

Die Saison der großen Sommerfilme ist in vollem Gange. Ein sogenannter Blockbuster reiht sich an den anderen. Innerhalb kürzester Zeit liefen so hoch budgetierte Actionspektakel wie „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“, „Wonder Woman“ oder „Transformers: The Last Knight“ im Kino an. Anfang August wird dann die Geschichte um den „Planet der Affen“ fortgesetzt. Auch über die Neuerfindung eines bekannten Superhelden dürfen sich Fans des bunten Kinos freuen: Spider-Man, der rot-blau ­gekleidete, sympathische Held von nebenan, bekommt nun ­einen weiteren Filmauftritt.

Verkörpert wird der neue Spinnenmann von einem jungen britischen Darsteller: Tom Holland ist erst 21 Jahre alt und bisher ein noch wenig beschriebenes Blatt. Im vergangenen Jahr präsentierte sich Holland schon einmal kurz als Peter Parker alias Spider-Man in: „The First Avenger: Civil War“. Nun bekommt der eher schmächtige und nicht sonderlich große, braunhaarige Schauspieler ganze 133 Leinwandminuten, um sich voll und ganz in Spider-Man hineinzufühlen.

Neuer Bösewicht wütet in der Stadt

Unter der Regie von Jon Watts wird er dabei von US-Schauspielern wie Michael Keaton und Marisa Tomei flankiert. Nach seinem ersten spektakulären Kampf mit dem Superheldenteam der Avengers ist Spider-Man zurückgekehrt in seine Heimatstadt New York.

Dort soll sich Peter Parker langsam vertraut machen mit den ihm zur Verfügung stehenden Wunderkräften. Wie viele Jungs seines Alters aber mangelt es auch dem 15-jährigen Peter, der bei seiner Tante May im Stadtteil Queens wohnt, vor allem an einem: Geduld. Artig besucht Peter die Highschool, in seiner Freizeit indes treibt ihn nur ein Gedanke um: möglichst schnell ein richtig cooler Superheld zu werden.

So tatendurstig wie Captain America. So lässig wie sein Ziehvater Tony Stark alias Iron Man. So stark vielleicht gar wie der grüne Riese Hulk. Es kommt anders als geplant, als sich plötzlich ein neuer Bösewicht namens Vulture (Michael Keaton) anschickt, die Metropole am Hudson River mit viel Bösartigkeit zu erschüttern.

Ein unbeholfener und naiver Spinnenmann

Peter Parker war schon immer eine der normalsten, ja menschlichsten Figuren im weiten Rund der potenten Superhelden amerikanischer Provenienz. Stets ein wenig unbeholfen und auf rührende Art unsicher, musste man den nach einem Spinnenbiss urplötzlich mit besonderen Kräften ausgestatteten Teenager einfach in sein Herz schließen. So unbeholfen und naiv aber wie Tom Hollands Spider-Man war bisher noch keiner der Spinnenmänner.

Und so gibt es eine Handvoll grandioser Szenen zu Beginn des Films, die unterstreichen, wie schwer es ist, ein veritabler Held zu sein. Mehrmals verwechselt Spider-Man in den Straßen New Yorks gänzlich unbescholtene Bürger mit echten Verbrechern. Einer alten Dame den Weg weisen, das bekommt Peter Parker grad noch so hin.

Später im Film muss sich der junge Spider-Man am Steuer­ eines Autos beweisen: eine ­einzige Katastrophe. Sukzessive aber wächst Peter auch diesmal in seine Rolle hinein. Obwohl es Spider-Man als Comic-Figur seit 55 Jahren gibt, hat man hier tatsächlich das Gefühl, der Geburt eines völlig neuen Helden beizuwohnen.

Hauptdarsteller wird Mädchenherzen erobern

Spannend an den Kinokassen dieses an Blockbustern reichen Sommers dürfte indes vor allem ein Duell werden: Wie schlägt sich Spider-Man gegen Wonder Woman? „Wonder Woman“, dieser erfolgreiche, erste große und zugleich auch wirklich gelungene Kino-Auftritt einer weiblichen Comic-Heldin, ist sicher der ungewöhnlichere, der zu mehr Diskussionen anregende Film. „Spider-Man: Homecoming“ aber verfügt über die packendere Geschichte und ein Drehbuch, das im Mittelteil mit einer Überraschung aufwartet,­ 
die einem für Minuten den Atem raubt.

Die von Gal Gadot gespielte Wonder Woman mag cooler und reifer sein als der halbwüchsige Spider-Man. Peters Versuche aber, bei dem Mädchen seiner Träume zu punkten, sind weit anrührender als die rudimentäre Liebesgeschichte in „Wonder Woman“. Regisseur Watts befeuert das Geschehen zudem mit famoser Popmusik. Gleich zwei Mal ist als eine Art von Leitmotiv ein 40 Jahre alter Hit der Ramones zu hören: „Blitzkrieg Bop“ mit der legendären Zeile „Hey ho, let‘s go“.

Watts räumt zudem auch einigen Nebenfiguren Raum ein: So weiß Peter stets einen so treuen wie herrlich trotteligen Schulfreund an seiner Seite. Eines scheint sicher: Tom Holland, dieser nur anfänglich leicht blass wirkende, blutjunge Brite, dürfte mit diesem ersten, ziemlich charmanten und sehr humorvollen Auftritt als Spider-Man rund um den Globus Mädchenherzen erobern.

  • Der Film läuft ab diesem Donnerstag im ­Cineplex.

von Matthias von Viereck

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr