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Kebekus spielt 
Anti-Helikopter-Mama

Kinostart: „Schatz, nimm du sie“ Kebekus spielt 
Anti-Helikopter-Mama

In der Comedy-Szene gibt es an Carolin Kebekus kein Vorbeikommen. Nun übernimmt sie erstmals auch im Kino eine Hauptrolle – natürlich in einer Komödie.

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Toni (Carolin Kebekus) und Marc (Maxim Mehmet) tun alles, um auf die gemeinsamen Kinder nicht aufpassen zu müssen.

Quelle: Bernd Spauke/ConradFilm/Bavaria Filmproduktion

Die Deutschen bekommen recht wenig Kinder, vielleicht sind sie ihnen deshalb so heilig. Seit Jahren jedenfalls gibt es den Begriff der „Helikopter-Eltern“: Erziehungsberechtigte, die ihre Kinder bis an die Grenze des Erträglichen behüten, damit diese irgendwann mal Chef eines Dax-Konzerns werden.

Toni König ist da das komplette Gegenteil. Und gespielt wird diese Toni König in der Komödie „Schatz, nimm du sie!“ passenderweise von Carolin Kebekus (36). Es ist die erste Kinohauptrolle der Komikerin, die ihr wie auf den Leib geschrieben wirkt – aber den französischen Film „Mama gegen Papa – Wer hier verliert, gewinnt“ zum Vorbild hat.

Wie der recht umständliche Titel des Originals verrät, geht es um ein Paar, das keins mehr sein will. Toni und Marc (Maxim Mehmet) haben beschlossen, sich zu trennen und eigentlich passt das auch ganz gut: Marc geht als Arzt sowieso für einige Zeit nach Haiti. Die Kinder sollen dann bei Toni bleiben. Diese bekommt allerdings plötzlich selbst die Chance, für ihre Windparkfirma ein großes Projekt auf Malta zu betreuen – und findet kurz darauf heraus, dass ihr Noch-Ehemann bereits mit einer Krankenschwester rummacht, die mit ins Ausland gehen soll. Also lässt Toni die Abmachung mit den Kindern platzen: Sie will die Kinder doch nicht übernehmen.

Angenehm verdutzt-trotteliger Maxim Mehmet

Die Kinder sollen entscheiden, bei wem sie leben wollen. Wer sie abkriegt, muss eben den Auslandsjob absagen. Der Kampf beginnt: Sowohl Marc als auch Toni versuchen daraufhin mit immer fieseren Mitteln, die Kinder in die Arme des jeweils anderen zu treiben.

Kebekus wird die Freiheit gelassen, sich für ihre erste Kino­hauptrolle kaum von ihrem Bühnen-Ich entfernen zu müssen. Toni ist direkt, schlagfertig, selbstbewusst, manchmal derb und zornig. Sie wirkt nicht gerade so, als könne sie mit überkandidelter Romantik viel anfangen. Ganz so wie man Kebekus aus Formaten wie „PussyTerror TV“ kennt.

Noch nicht einmal ihr Biotop Köln musste sie dafür verlassen. Regisseur Sven Unterwaldt („7 Zwerge – Männer allein im Wald“) lässt seinen Film einfach dort spielen. Und für die Dreharbeiten wurde sogar extra ein freies Zeitfenster im Kalender der viel beschäftigten Komikerin während der Fußball-EM 2016 abgepasst.

An Kebekus‘ Seite ist Maxim Mehmet zu sehen. Er spielt die Rolle ihres Mannes angenehm verdutzt-trottelig. Auch Axel Stein macht sich als Minipli tragender Neureicher in einer Nebenrolle gut. Kebekus beweist jedenfalls, dass sie einen Kinofilm tragen kann – einen über weite Strecken unterhaltsamen noch dazu.

  • Der Film läuft im Cineplex.

von Jonas-Erik Schmidt

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